Aufsatz 
Heinrich Wiskemann's Untersuchungen über den römischen Schauspieler Q. Roscius Gallus
Entstehung
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bus Fabii Maximi Cunctatoris. Andere Schäüler aus verschiedenen Classen trugen ausge- wählte Gedichte vor, und mehrere der Feier des Tages angemessene Gesänge wurden von den Schülern unter der Leitung des Gesanglehrers ausgeführt.

Im Laufe des Sommers fanden zwei Male Excursionen von Lehrern und Schülern auf benachbarte Höhen und Orte Statt.

Durch ein allerhöchstes Rescript vom 22. Juli wurde dem Gymnasiallehrer Lichtenberg eine Gehalts-Zulage von 100 Thalern jährlich bewilligt.

Am 1. October wurden, nachdem die Maturitäts-Prüfung abgehalten war, die mit Zeug- nissen der Reife zur Universität abgehenden Primaner in einer Versammlung der Lehrer und Schüler feierlich entlassen. Zugleich fanden Declamir- und Gesang-Uebungen Statt und zwei Primaner, Rudolph Grau aus Heringen und Otto Gonnermann aus Eschwege, trugen von ihnen Lausearheitets Reden vor, jener über den Genius, dieser eine Vergleichung von Achilles und Hector.

Durch ein Rescript Kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 28. September wurden folgende Bestimmungen getroffen: Der§. 16 der Dienstanweisung für die Lehrer der kurhes- sischen Gymnasien vom 22. November 1849 wird dahin erläutert und näher bestimmt, dass 1) das Verbot der Ertheilung von Privatunterricht sich auch auf diejenigen beauftragten Leh- rer beziehen soll, welche ein Ordinariat verwalten, 2) die Beaufsichtigung der Schüler bei ihren Vorbereitungen auf die Schulstunden, insofern dieselbe ausserhalb eines etwaigen Pen- sionats und unter Zugrundelegung schulmässiger Einrichtungen ausgeführt wird, dem Privat- unterricht gleich zu halten ist. 3) Die Gymnasial-Directoren werden die Beobachtung dieser Vorschriften überwachen.

Durch ein allerhöchstes Rescript vom 6. October wurde dem Gymnasial-Hülfslehrer Dr. Dieterich eine Zulage von 100 Thalern ertheilt.

Das Winterhalbjahr begann am 25. October 1853, wurde nur durch die Weihnachtsferien vom 24. December bis 4. Januar unterbrochen und wird am 5. April zu Ende gehen.

Durch ein allerhöchstes Rescript vom 31. December v. J. wurde Dr. Ferdinand Hugo Suchier, der seit 1850 in Rinteln und seit 1851 am hiesigen Gymnasium mit Versehung einer Lehrerstelle beauftragt war, zum Hälfslehrer mit einem Gehalt von 300 Thalern ernannt.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war im Ganzen befriedigend. Nur ge- gen Ende des Winter-Halbjahrs erkrankten mehrere hiesige und einige auswärtige Schüler an den Masern, von denen aber die meisten schon völlig hergestellt sind.

Die Gymnasiums- und Schüler-Bibliothek sowie der mathematisch-physikalische Apparat erhielten aus den dafür ausgeworfenen Mitteln mehrfachen Zuwachs. Kurfürstliches Mini- sterium schenkte ferner die unter der Leitung des Herrn Obersten Wiegrebe, des Directors der Landesvermessung, ausgearbeitete neue vorzügliche Karte von Kurhessen, soweit sie erschie- nen ist(bis jetzt 19 Blatt). Ausserdem übersandte Hochdasselbe die Programme der aus- wärtigen Gymnasien, die in den Verein zum gegenseitigen Austausch ihrer Gelegenheitsschrif- ten eingetreten sind. Zu diesem sind nach ittheilungen Kurfürstlichen Ministeriums auch die grossherzoglich-hessischen und herzoglich-nassauischen Gymnasien hinzugekommen, so dass künftig 215 Exemplare des Programms für die auswärtigen Gymnasien einzusenden sind.