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Singstunde zu Uebungen im Choralgesang und zur Aufführung anderer Chorgesänge. Ge- sanglehrer Rundnagel,. 14
3. Zeichnen. 5 St. wöch. für zwei Abtheil. a) Zeichnen nach Körpern und Vorlagen, so- wie Elementarübungen in Quarta und Quinta. 2 St. wöch. b) Dasselbe für Secunda u. Tertia nebst Uebungen im Aufpehmen von Naturgegenständen für die Geübteren. 2 St. wöch. Zeich- nenlehrer Mutzbauer.
4. Leibesübungen. Im S.: Turnübungen im Gymnasiumshof für jede der zwei Ab- theilungen 2 St. wöch. Zugleich Uebungen im Schwimmen neben dem dazu aufgerichteten bedeckten Bretterhause in der Fulda. Im W.: Schwingübungen für jede der vier Abtheil. 1 St. wöch. Turn- und Schwimm-Lehrer Benecke.
Anhang.
Privatbeschäftigungen der Schüler.
Diese bestanden in der Lectüre von classischen, theils alten griechischen und lateinischen, theils deutschen und französischen Schriftstellern, in schriftlichen Uebersetzungen aus frem- den, besonders den alten Sprachen in die deutsche und umgekehrt, in lateinischen und deut- schen Aufsätzen, in Repetitionen der mathematischen Lehren und der Geschichte u. a. m. Sie wurden grossen Theils von den Lehrern geleitet und überwacht, zum Theil auch genauer durchgesehen und verbessert.
II. Chronik des Gymnasiums.
Das verflossene Schuljahr wurde am 5. April wie gewöhnlich eröffnet und der erste Theil desselben, das Sommerhalbjahr 1853 am 5. October geschlossen.
Nur durch die freien Tage um die Zeit des Pfingstfestes vom 14. bis zum 18. Mai und die dreiwöchigen Sommerferien vom 3. bis zum 23. Juli wurde der regelmässige Fortgang des Unterrichts unterbrochen.
Durch Ministerial-Rescript vom 5. August erhielt der beauftragte Lehrer Karl Heuser, der seit 1850 am hiesigen Gymnasium thätig gewesen war, auf sein Nachsuchen seine Ent- lassung aus dem Kurhessischen Staatsdienst, um nach Nord-Amerika auszuwandern. An seine Stelle trat Johann Julius Eduard Riedel, welcher durch ein Rescript Kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 22. August mit Unterricht am hiesigen Gymnasium gegen eine Remuneration von 200 Thalern jährlich beauftragt wurde. Derseſbe ist den 3. Juli 1823 zu Helmarshausen geboren, besuchte das hiesige Gymnasium vom flerbst 1837 bis Ostern 1844, studirte in Marburg Philologie bis 1848, hielt vom Herbst 1850 bis Herbst 1851 sein Probe- jahr in Hanau ab und beschäftigte sich dann mit Ertheilung von Privat-Unterricht theils im Ausland, theils in Allendorf a. d. W., bis er am 29. August seine Lehrthätigkeit am hiesigen Gymnasium begann und den von seinem Vorgänger besorgten Unterricht übernahm.
Am 20. August wurde der Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Kurfürsten mit einem Gesang- und Rede-Act in dem festlich geschmückten grössern Hörsaal begangen. Der Gymnasial-tiülfslehrer Dr. Dieterich hielt die Festrede über die Mittel, den vaterländi- schen Sinn zu wecken und zu nähren. Auch zwei Primaner, Ludwig Bretthauer aus Witzenhausen und Karl Lorentz aus Fritzlar, machten Redeversuche, jener über das Thema „von den Ursachen des Verfalls der spanischen Macht unter Philipp II.“; dieser„de laudi-


