Aufsatz 
Heinrich Wiskemann's Untersuchungen über den römischen Schauspieler Q. Roscius Gallus
Entstehung
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100 OrOℳSSSha Sor ri Kuri, da dieser Unterricht offenbar nicht blos auf die Aktion, son- dern auch auf die Deklamation, Uebung, Ausbildung und Behandlung der Stimme bezogen ist.

Ich hoffe, es wird kein Zweifel mehr darüber sein können, dass der genamte grosse Gelehrte, wenn er die ganze so bewunderte Kunst des Roscius in die trsiεει,ν, die intermezzi und intermèdes verwies, einen grossen Fohler beging.

Roscius war also ein Schauspieler, der nicht blos gesticulirte, sondern auch deklamirte, mit einem Worte, die ganze Rolle durchspielte, obgleich es sich hier wieder fragt, ob unser Künstler blos komischer oder auch tragischer Schauspieler gewesen sei. In der eben ange- führten Stelle des Plutarch heisst er 26010809, desgleichen im Leben des Sulla c. 36, Quinti- lian sagt XI, 3, III: Plus autem affectus habent lentiora: ideoque Roscius citatior, Aesopus gravior fuit, quod ille comoedias, hie tragoedias egit, die Rede Cicero's für unsern Künst- ler wird Pro Roscio comoedo überschrieben, in der Rede selbst heisst es c. 10, 28, dass ein Schüler des Roscius ex artifico comico geschätzt werde und§. 30 wird von einem solchen erzählt und derselbe gleichfalls comoedus genannt. Von der Rolle des Ballio war schon eben die Rede, ausserdem erzählt, wie wir auch schon früher sahen, Diomedes, dass Rosecius die Rollen des Parasiten gespielt, auch ist das von Cicero Ep. ad. div. IX, 22, 2 erwähnte canticum aus dem Demiurgus des Turpilius, also gleichfalls aus einer Komoedie. Anderseits lässt sich aus den Ausdrücken histrio und artificium, die Pro Rosc. c. 6, 17 u. Pro P. Quinct. c. 25, 78 vorkommen, nicht mit Sicherheit erkennen, ob Roscius auch in der Tragoedie auf- trat, eben so wenig ist aus Horaz Ep. II, 1, 79, wo von dem Spiel des Roscius in den Stücken des Atta geredet wird, ein zuverlässiges Resultat zu gewinnen, denn es ist, wie ernst auch der Ton dieser Stücke gewesen sein mag, noch immer zweifelhaft, ob Atta jemals eine Tragoedie schrieb.

Nach dem Gesagten muss es scheinen, als sei Roscius nur in den Lustspielen aufgetreten. Indess geht doch das Gegentheil mit Zuverlässigkeit aus de orat. III, 26, 101 hervor, wo Cicero sagt: Nunquam agit hunc versum Roscius eo gestu, quo potest:

Nam sapiens virtuti honorem praemium haud praedam petitz sed abjicit prorsus, ut in proximos: Eequid video? ferro saeptus possidet sedis sacras, incidat aspiciat admiretur stupescat, da diese Verse offenbar einer Tragoedie angehören. Die gleich folgenden Worte: Quid? ille alter: Quid petam praesidi? quam leniter! quam remisse! quam non actuose! instat enim O pater, o patria, o Priami domus!) 1) Die beiden Verse finden sich auch sonst und vollständig. S. Ellendt z. d. St.