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fahrungen der nächsten beiden Jahre die Beibehaltung der neuen Lehrerstelle als ein Bedüfnis der Anstalt herausstellt, die gedachte Stelle in eine Oberlehrerstelle umzuwandeln ist. Verfügung des K. Pr.-S.-K. vom 4. Februar giebt Nachricht über die neuen Lehrpläne. Ministerialerlass vom 19. Januar ordnet an, dass vom 1. Oktober 1901 nur 100teilige Thermometer gebraucht werden dürfen. Verfügung des K. Pr.-S.-K. vom 6. März ordnet auf Grund einer ministeriellen Er- mächtigung vom 27. Februar bis auf weiteres Aenderungen in der Ferienordnung für die höheren Schulen Marburgs an.(S. unter VII!)
III. Schulgeschichte.
Das Schuljahr begann am Montag, den 23. April, mit der Aufnahmeprüfung und endet am 30. März. Es wurden in die Anstalt aufgenommen an jenem Tage 67 Schüler, darunter 45 für die Sexta, im Laufe des ganzen Jahres 83 Schüler. Unterbrechungen traten ein durch die Pfingstferien vom 2. bis 7. Juni, die Sommerferien vom 30. Juni bis 30. Juli, die Herbst- ferien vom 22. September bis 8. Oktober und die Weihnachtsferien vom 22. Dezember bis 7. Januar.
Das Kuratorium der Oberrealschule bestand wie bisher aus den Herren: Ober- bürgermeister Schüler als Vorsitzendem, Magistratsmitglied Döring, Stadtverordnetem Binder, bezw. dessen Stellvertreter: Stadtverordnetem Niderehe, Pfarrer Scheffer und dem Direktor.
Im Lehrerkollegium trat die Veränderung ein, dass zum 1. Mai der wissenschaft- liche Hilfslehrer Wagner zum Oberlehrer an dem Königlichen Gymnasium zu Burgstein- furt befördert wurde. Unsere besten Wünsche begleiten den verehrten Kollegen, der sich nament- lich durch Leitung des Umzugs der naturgeschichtlichen Sammlungen in das neue Gebäude und durch die Einleitung der Aufstellung und Neuordnung derselben Verdienste um unsre Anstalt erworben hat. An seiner Stelle wurde berufen Herr wissenschaftlicher Hilfslehrer Hauck, der nach dem Ausscheiden aus unserem Kollegium bis April 1900 der Realschule in Geisenheim angehört hatte. Seinen Lebenslauf sehe man im Jahresbericht 1899.
Am 31. Oktober 1900 verliess uns Herr Pfarrer Schindewolf, nachdem er 16 ½ Jahre lang an der Anstalt in den meisten Klassen den evangelischen Religionsunterricht in grosser Treue und mit reichem Segen erteilt hatte. Nach der üblichen Reformationsfeier sprach ihm der Unterzeichnete im Namen der Anstalt den herzlichsten Dannk für sein langjähriges, erfolg- reiches Wirken an der Anstalt aus. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium hatte in einem Schreiben ebenfalls dem Danke und der Anerkennung Ausdruck gegeben, und im Namen des Kuratoriums widmete ihm Herr Döring herzliche Worte. An seiner Stelle trat am 1. November als wissenschaftlicher Hilfslehrer Herr Friedrich Bödeker in den Verband unsrer Schule ein.
Friedrich Bödeker, geboren am 15. Juli 1873 zu Rinteln, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte nach bestandener Reifeprüfung in Marburg Theologie und Philologie. Im Jahre 1897 bestand er
die, erste theologische Prüfung. Nachdem er vom I. Oktober 1897 bis 1898 in Göttingen seiner Militärpflicht genügt hatte, bestand er 1899 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi. Von Michaelis 1899 ab wurde er


