Aufsatz 
Rede bei der Sedanfeier am 2. Sept. 1873
Entstehung
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die Ergebenheit und Anhänglichkeit ſeiner Collegen und die Anerkennung und das Vertrauen des Publi⸗ kums während ſeines Hierſeins in reichem Maße zu Theil geworden iſt. Einen öffentlichen Ausdruck erhielten dieſe Gefühle bei einem dem Scheidenden zu Chren veranſtalteten, zahlreich beſuchten Feſtmahle im hieſigen Kaſinoſaale. In der Erinnerung unſerer Schule aber wird ſein treues, hingebendes und erfolgreiches Wirken in aller Folgezeit unvergeſſen bleiben..

3. Die vacant gewordene Directorſtelle an der hieſigen Anſtalt wurde durch Allerhöchſtes Decret vom 19. April 1873 dem Unterzeichneten übertragen, welcher über ſeinen Lebensgang Folgendes mittheilt:

Carl Chriſtoph Steinberger wurde geboren am 23. Mai 1816 zu Butzbach in Oberheſſen, wo ſein Vater Collector der geiſtlichen und milden Stiftungen war. Nachdem er ſeine Vorbildung in den Schulen ſeiuer Vaterſtadt und dem Gymnaſium zu Gießen erhalten, widmete er ſich von Oſtern 1832 bis Herbſt 1838 auf der Landesuniverſität theologiſchen, philoſophiſchen und philologiſchen Studien und wirkte zugleich vom Jahr 1835 an als Lehrer im Völcker'ſchen Knaben⸗ und Kärcher'ſchen Mädcheninſtitute. Vom Herbſt 1838 bis dahin 1839 beſuchte er das evangeliſche Prediger⸗Seminar zu Friedberg, betyeiligte ſich aber ſchon von Oſtern 1839 an an der Leitung eines dortigen Privatinſtitutes für Knaben und Mädchen aus den gebildeten Ständen. Unterm 26. Mai 184 1 wurde er zum Lehrer und unterm 22. December 1843 zum Director an der Realſchule zu Michelſtadt ernannt. Seine Wirkſamkeit in dieſer Stellung erweiterte ſich, nachdem er ſich 1844 an der Errichtung und Leitung eines Mädcheninſtituts be⸗ theiligt, 1845 eine Vorbereitungsſchule für die Realſchule, 1853 eine Ackerbauſchule errichtet und mit der Realſchule in Verbindung geſetzt hatte und ſeit 1850 Mitglied der Kreisſchulcommiſſion Erbach und Vorſitzender der Kreislehrerconferenz, Abtheilung Erbach, geworden war, was beides er bis zu ſeinem Abgang von Michel⸗ ſtadt geblieben iſt. Durch Decret vom 1. Februar 1861 wurde er zum Director der Realſchule zu Friedberg und unterm 19. Mai 1864 zum Director des dortigen evangeliſchen Schullehrer⸗Seminars berufen. Als ſolcher war er zugleich Lehrer der Pädagogik und Schulkunde am dortigen evangeliſchen Prediger⸗Seminar, Mit⸗ glied der Kreisſchulcommiſſion und Vorſitzender der Kreislehrerconferenz, Abtheilung Frieddberg. Dane⸗ ben waren ihm, wie auch früher ſchon in Michelſtadt, eine ganze Reihe von Aemtern in gemeinnützigen und Wohlthätigkeits⸗Vereinen durch das Vertrauen ſeiner Mitbürger übertragen. Aus dieſer Stellung wurde er unterm 19. April 1873 in ſeinen gegenwärtigen Wirkungskreis verſetzt.

Von ſeinen ſchriftſtelleriſchen Arbeiten ſind außer zahlreichen Aufſätzen in pädagogiſchen und lite⸗ rariſchen Zeitſchriften veröffentlicht: eine Reihe pädagogiſcher Reden und Abhandlungen in den ſeit 1845 alljährlich von ihm herausgegebenen Schulprogrammen, ſeine auf der Oſterprüfung im Jahr 1861 ge. haltene Abſchiedsrede von der Michelſtädter Realſchule, eine am 18. Oktober 1863 gehaltene Gedächt⸗ nißrede an die Leipziger Völkerſchlacht, eine am 18. November 1869 in Bad⸗Nauheim gehaltene Rede zur Eröffnung der dortigeu neu organiſirten Bürgerſchule und zur Einweihung des neu errichteten Schul⸗ hauſes, und eine im Jahr 1868 herausgegebene Geſchichte des Schullehrer⸗Seminars zu Friedberg

Von öffentlichen Auszeichnungen ſind ihm während ſeiner Dienſtzeit zu Theil geworden. im Jahr 186t das Ehrenbürgerrecht der Stadt Michelſtadt, im Jahr 1870 das Riterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſt⸗ ordens Gbälipps des Großmüthigen, im Jahr 1873 das Ehrenbürgerrecht der Kreisſtadt Friedberg.

ine ausführliche Selbſtbiographie von ihm ſindet ſich in der Denkſchrift des evangeliſchen Pre⸗ diger⸗Seminars zu Friedberg vom Jahr 1864.

4. Durch Decret Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction vom 12. Mai 1873 wurde der bishe⸗ rige Schulverwalter zu Alsheim Heinrich Kolb zum proviſoriſchen Lehrer an unſrer Vorſchule er⸗ nannt und am 17. Mai in ſeinen Dienſt eingewieſen. Derſelbe hat folgende Notizen über ſeinen Le⸗ bensgang zu den Acten gegeben:

Heinrich Kolb, geboren am 4. April 1846 zu Pfaffen-Schwabenheim im Kreis Alzey, beſuchte bis zu ſeiner Confir mation die dortige Volksſchule, dann das Privatinſtitut des Herrn Pſarrers Wolf zu Badenheim und trat zu Oſtern 1863 in das evangeliſche Schullehrer⸗Seminar zu Friedberg ein, dem er bis Oſtern 4865 als Zögling angehörte. Im Herbſte 1868 beſtand er ſeine Definitorialprüfung. Er wirkte zuerſt als Lehrer in dem Schneider'ſchen Inſtitut zu Frankfurt, in dem Schulz'ſchen Inſtitut zu Offen⸗ bach, als Vicar an der Stodtſchule zu Worms und an der Volksſchule zu Alsheim, und wurde von da als proviſoriſcher Lehrer an die Realſchule zu Alzey verſetzt.

5. Durch Allerhöchſte Entſchließung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 24. Mai 1873 wurde der bisherige Reallehrer Thomas Zimmer in den Ruheſtand verſetzt und ihm bei dieſer Veran⸗ laſſung die Anerkennung Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction für ſeine langjährige treue und gewiſſen⸗ hafte Dienſtführung ausgeſprochen. Auch wir können es uns nicht verſagen, dem verehrten Veterane,

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