Aufsatz 
Rede bei der Sedanfeier am 2. Sept. 1873
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9. Johann Michel aus Kettenheim, 18 Jahre alt, iſt Landwirth geworden;

10. Karl Müller aus Bornheim, 19 Jahre alt, hat ſich der Kaufmannſchaft gewidmet;

11⁄. Georg Rupp aus Odernheim, 19 Inhre alt, wird Geometer;

12. Philipp Schreck aus Schafhauſen, 6 Jahre alt, hat ſich der Kaufmannſchaft gewidmet; 13. Jakob Uhink aus Alzey, 16 Irhre alt, hat ſich der Kaufmannſchaft gewidmet:

b. Im Herbſt 1873 gingen ab:

14. Johann Martin aus Alzey, 18 Jahre alt, hat ſich der Kaufmannſchaft gewidmet; 15. Carl Medicus aus Alzey, 17 Jahre alt, iſt in die Handelsſchule zu Offenbach übergegangen.

.

O. Zur Chronik der Realſchule.

1. Am 23. April 1873 legte der Zeichenlehrer Max Bach, nachdem er zwei Jahre lang mit beſtem Erfolg an unſerer Anſtalt gewirkt, ſeine Stelle nieder, um ſich in Stuttgart ausſchließlich der ausübenden Kunſt zu widmen. Seine Functionen übernahm vom 24. April 1873 an Herr Geyer, wel⸗ chem bereits unterm 23. December 1872 die Zeichenlehrerſtelle an hi ſiger Schule vom Tag ihrer Erle⸗ digung an durch Decret Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction proviſoriſch übertragen worden war. Der⸗ ſelbe theilt über ſeinen Lebenslauf Folgendes mit:

Ludwig Geyer, Sohn eines königlich preußiſchen Bauinſpectors, wurde am 25. Januar 1842 zu Grünberg in Schleſien geboren. Nach kurzem Beſuch des Gymnaſiums zu Elbing und nach Durchlau⸗ fung der Realſchule l. Ordnung zu Poſen genügte er als einjährig Freiwilliger ſeiner Militärpflicht und bezog dann die Kunſtakademie zu Karlsruhe. Ma mehrjährigen Studien daſelbſt und Ausführung einiger größe ren Aufträge in Poſen, in Folge deren ihm im Jahr 1868 auf der Provinzial⸗Gewerbe⸗Ausſtellung zu Bromberg eine Preismedaille für künſtleriſche Leiſtungen zuerkannt wurde, machte derſelbe an der königlichen Kunſt⸗A kademie zu Berlin das Examen für Zeichenlehrer. Darauf betheiligte er ſich 1 ¼ Jahre lang an der kunſtgemäßen Ausarbeitung der Entwürfe für die Empfangsgebäude der Oberſchleſi⸗ ſchen Eiſenbahn zu Breslau und wurde im Jahr 1870 mit einer Stellvertretung an der Realſchule 1. Ordnung zu Landshut in Schleſien betraut. Nach fernerem zweijährigem Wirken an der Realſchule 1. Ordnung und der Fortbildungsſchule zu Sprottau in Schleſien folgte er im Frühjahr 1873 dem an ihn ergangenen Rufe als Zeichenlehrer an der Realſchule zu Alzey.

2. Durch Allerhöchſtes Decret vom 3. April 1873 wurde der vorhinige Director der hieſigen Schule Dr. Becker zum Director des Großherzoglichen Gymnaſiums und der Realſchule zu Worms er⸗ nannt und legte in Folge deſſen ſeine hieſige Stelle am 30. April nieder.

Director Becker hat ſich während ſeiner ſiebenjährigen hieſigen Wirkſamkeit große Verdienſte um unſere Anſtalt erworben. Nicht nur iſt durch ſeine Initiative die innere Organiſation derſelben völ⸗ lig umgeſtaltet, ihre Leiſtungsfähigkeit ſowohl nach der realen, als auch und namentlich nach der gym⸗ naſialen Seite hin bedeutend erhöht, dem Bedürfniß nach Vermehrung und Beſſerſtellung der Lehrer in anerkennenswerther Weiſe Genüge geleiſtet worden, ſondern es iſt auch während ſeiner Amtsthätigkeit die Schülerfrequenz zu einer früher nie geahnten Höhe geſtiegen und dadurch eine Erweiterung unſeres Schullokals veranlaßt worden, die demſelben zur wahren Zierde gereicht. Gleichzeitig aber hat ſich der Einfluß des eifrigen und unermüdlich thätigen Schulmannes über die Grenzen der hieſigen Anſtalt hinaus erſtreckt und ſeinen Anregungen ſind nicht wenige Erfolge zu verdanken, deren ſich das Real⸗ ſchulweſen unſeres Landes gegenwärtig zu erfreuen hat. Es war darum nur der natürliche Widerhall ſeiner umſichtigen und fürſorgenden Wirkſamkeit, wenn ihm die Liebe und Dankbarkeit ſeiner Schüler,