Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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kurz unermüdet in Werken der Barmherzigkeit fuhr sie bis zu ihrem Tode fort, zahllosen Armen, wie zahlosen Klöstern Wohlthaten zu spenden,') und befliss sich selbst, um desto grössere Mittel hiefür zu gewinnen, in ihrem Haushalt der grössten Einfachheit und Sparsamkeit.?)

War auch diese Freigebigkeit Adelheids für kirchliche Zwecke und Anstalten eine aussergewöhnliche und sozusagen überströmende, so war sie doch nicht minder eine wohlberatene und gut angewendete.

Von den Klöstern und Bischofssitzen ging ja zumal die materielle und geistige Cultur des Landes aus, durch sie wurden vorwiegend die Kunst, das Gewerbe, der Verkehr ge- fördert, wie auch die Geschichtsschreibung und die Pflege aller übrigen Zweige der Wissenschaften den Klöstern und der Anregung der Bischöfe überlassen war.°)

Adelheid konnte aber, um nur bei dem zuletzt Gesagten etwas zu verweilen, den hohen Wert der Wissenschaften um so mehr selbstständig beurteilen, als sie sich selbst eine für jene Zeit bemerkenswerte, gelehrte Bildung angeeignet hatte.*)

Wie sehr sie die Träger einer gediegenen, wissenschaft- lichen Bildung schützte, beweist der Umstand, das sie mit dem Gedanken umging, den an die kaiserliche Kapelle(Kanzlei) berufenen St. Gallener Gelehrten Ekkehart II. durch Ver- leihung eines Bistums auszuzeichnen.°)

Noch einen Grund für die Wohlthätigkeit Adelheids gegen klösterliche Stiftungen gibt Odilo an, wenn ere. A.1l

'!) Od. e. A. 11, 17, 21, 22. Kurz vor ihrem Tode schickte sie noch nam- hafte Geschenke nach Kloster Cluny, dessen Gedeihen ihr mit Recht so sehr am Herzen lag, wie insbesondere noch dem am 25. Juli 997 abgebrannten Kloster des hl. Martin zu Tours. Letzteres erhielt auch ein Stück vom Mantel ihres Sohnes Otto zur Zierde des Altars.

995 halte Adelheid auch den Bischof Liulold von Augsburg beim Wieder- aufbau seiner Domkirche unterstützt. efr. Annal. Auguslani 995 und Lib. Mi- raculor. Adelh. I. Pertz IV, 645646.

2) 0. e, A. 11, 22.

5) Wassermann L., Klostergeschichte; efr. Dümmler 546; über die Förderung von Kunst und Gewerbe durch Bischof Bernward von Hildesheim cfr. Vita Bernwardi von Thangmar 5, 6, 8.

+) Dümml. 516 und A. 1.

5) Ekkehardi IV. Casus$. Galli XI, 98