Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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ja selbst die höchste Stufe irdischer Ehre und Auszeichnung sollte ihr nicht vorenthalten bleiben; 961 den 2. Februar wird sie an der Seite ihres zweiten Gemahls in der Peterskirche zu Rom von Papst Johann XII. zur Kaiserin gesalbt und gekrönt.

Der Würde ‚aber entspricht auch ihre Macht und Bedeu- tung.

Schon unter Otto L, der sie ja feierlich als die Genossin!) seines Reiches anerkannte, zu grossem Einfluss gelangt, sichert sie in der Folge durch ihre Weisheit und Thatkraft den Thron ihres Sohnes Otto IL, tritt nach dessen frühem Tode ebenso furchtlos als erfolgreich für die durch Herzog Heinrich II. gefährdete Nachfolge ihres unmündigen Enkels Otto II. in der königlichen Herrschaft ein und leitet, als ihre kaiserliche Schwiegertochter Theophano Mitte Juni 991 gestorben, unter- stützt von den Grossen Deutschlands und Italiens, bis zur Volljährigkeit des jungen Königs mit Kraft und Klugheit die Geschäfte des weithin sich erstreckenden Reiches; endlich aber findet sie, die Mutter der Könige, endlich findet sie, die einen ihrer Enkel über Frankreich, den andern über Burgund, den dritten über Deutschland und Italien hatte herrscher sehen, müde der irdischen Dinge und ihrer Verwicklungen nach einem langen, der gewissenhaftesten Pflichterfüllung und der Uebung aller christlichen Tugenden gewidmeten Leben das ersehnte Ziel ihrer ruhmvollen Laufbahn im Kloster zu Selz, das ihrer unbegrenzten Freigebigkeit Ursprung und reiche Ausstattung verdankte.

Das ist in flüchtigen Zügen das Lebensbild dieser wahr- haft frommen Frau, dieser weisen Regentin, dieser erhabenen Kaiserin: gewiss einer näheren Betrachtung und eingehenden Darlegung im höchsten Grade würdig.

Und so möge es denn diesen folgenden Zeilen gestattet sein, das genauer auszuführen, was jene Umrisse nur kurz angedeutet haben, es möge ihnen erlaubt sein, eine wenn auch gedrängte, so doch möglichst vollständige Darlegung des Lebens und Wirkens dieser bewunderungswürdigen Fürstin zu liefern.

\ ') Hrotsvitha, de gestis Oddonis I. imperatoris 665.