Aufsatz 
Über Oberflächengestaltung im Spessart
Entstehung
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Karte von H. Bücking eingezeichneten Tone und Sande bei Hösbach*) im Aschafftal sind von K. Flach als dem älteren Diluvium angehörig nachgewiesen worden.

Wir haben uns bisher nur mit der alten Rumpffläche, auf der die Schichtentafel zur Ablagerung kam, beschäftigt. Diese hat nach ihrer Blosslegung**) durch 7erstörende Kräfte eine Umgestaltung erfahren. Durch kleinere Flüsse ist sie in mehrere Stücke zerteilt worden. Wenn die Talerosion als einzig zerstörende Kraft aufgetreten wäre, dann wären durch die Flüsse nur schmale Streifen des Grundgebirges abgetragen worden. Die Oberfläche desselben wäre heute eine von tiefen Spalten durchzogene Fläche. Die Talgehänge würden senkrecht emporsteigen bis zur Oberfläche und mit derselben eine scharfe Kante bilden. Die Oberflächen der einzelnen Stücke müssten noch sämtlich Teile der alten Rumpffläche sein. Das trifft nun aber in unserem Klima nicht zu. Gleichzeitig mit dem Einschneiden der Bäche begannen auch Verwitterung und Abtragung ihr Spiel. Durch ihre Mitwirkung wurden die Kanten und teilweise auch die Oberflächen der einzelnen Gebirgsstücke gerundet, sodass die heutige Oberfläche von grösseren und kleineren, stark gerundeten Gebirgsteilen, die man Rückenformen nennt, gebildet wird. Die beiden Kräfte, welche diese Rückenformen geschaffen haben und noch weiter umbilden, sind die Verwitterung und die Abtragung.

Dem Verwitterungsprozess unterliegen hauptsächlich die glimmerreichen schiefrigen und die feldspatreichen Gneise. Bei ersteren ist es die ausgeprägte Schieferung, welche die Verwitterung in hohem Masse begünstigt. Das Wasser dringt an den Schieferungsflächen ein und zerstört durch seine mechanische und chemische Tätigkeit die empor- ragenden Schichtenköpfe. Das Ergebnis dieser Zerstörung ist ein Zerfallen des Gneises in Glimmergrus, dem grössere und kleinere Quarzstücke, oft in grosser Zahl, beigemengt sind. Der Zersetzungsprozess beschränkt sich an vielen Stellen nicht allein auf die Oberfläche, sondern er schreitet auch längs der Schieferungsflächen nach der Tiefe fort, was durch die Aufrichtung der Schichten ermöglicht wird. Die Verwitterung der Gneise lässt sich an vielen Stellen beobachten, so am Schulberg und Geisberg bei Ober- western, auf dem rechten Ufer der Westernkahl, im Krom- bachtale und auch auf der Höhe von Johannesberg. Kleinere Gebiete mit Tiefenzersetzung machen sich durch Hohlwege,

*) H. Bücking: Der nordwestliche Spessart a. a O. S. 114. S. 188. **) Die Entfernung der Schichtentafel wird im letzten Kapitel ein- gehend besprochen.