IV
Chriſten ſchrieb. Homer's Gedichte bleiben ewig bewundernswerth, ob⸗ gleich wir uns keine Könige wünſchen, wie Achilles und Agamemnon. „Prüfet alles und das Beſte behaltet.“
Eine„Aehrenleſe der Kritik und Erklärung des plat. Staates“ veröffentlichte ich in der Zeitſchr. für die Alterthums⸗ wiſſenſchaft, Jahrg. 1834, 1835, 1843 und im Wormſer Programm 1842 und 1846, woran hier, noch erinnert werden mag. Die Ausgabe unſres Werkes von R. F. Hermann ſowie auch die Züricher haben dieſe „Aehrenleſe“ mehrfach gewürdigt.„Eine Probe aberſekung zerſchien im Progr. 18447..
Dafür, daß ich in meiner Einleitung zu dieſem plat. Werke
(Worms, 1858) den deutſchen Titel Gottesſtaat ihm aus mehrfachen Gründen zueignete, fand ich eine erfreuliche Beſtätigung in den Vor⸗ trägen und Abh. des Herrn Prof. Zeller zu Heidelberg(Leipz., 1865), aus welcher Schrift ich nur eine Stelle anführe.„Der Grundgedanke „der plat. Staatslehre hat mit der Idee der chriſtl. Kirche auffallende „Aehnlichkeit. Der Staat iſt nach Plato ſeiner eigentlichen Beſtimmung „zufolge nichts anderes als eine Darſtellung und ein Hilfsmittel zur „Sittlichkeit; ſeine höchſte Aufgabe beſteht darin, ſeine Bürger zur Tugend „und eben damit zur Glückſeligkeit zu erziehen, ihren Sinn und ihr Auge einer höheren, geiſtigen Welt zuwenden und ihnen Seligkeit nach dem „Tode zuſichern... Es liegt am Tage, wie nahe dieſer„Staat“ dem „Reich Gottes verwandt iſt, deſſen irdiſche Erſcheinung die chriſtliche Kirche „ſein will. Die theoretiſchen Vorausſetzungen und die Geſtalt beider find „werſchieden, aber ihr Grundgedanke iſt derſelbe.“
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