Aufsatz 
Das erste Buch des platonischen Gottesstaates, oder: Kritik der bisherigen einseitigen und falschen Ansichten von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit / Verdeutscht von Wilhelm Wiegand
Entstehung
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ehe es von des Meiſters Hand zu jenem großen Ganzen harmoniſch zuſammengefügt ward, welches Schelling ein Werk einzig in ſeiner Art nennt. Denn in keinem der vorhandenen Schriftwerke iſt einerſeits die Vorzüglichkeit der Tugend und die Ver⸗ abſcheuungswürdigkeit des Laſters, andererſeits das Glück eines moraliſch vernünftigen Staates ſowie das Unglück des Gegentheils ſo logiſch und handgreiflich auf grie⸗ chiſche Weiſe(was man zu erwägen nicht vergeſſen darf) dargeſtellt, wie in dieſem. Diejenigen aber, welche meinen, daß das Studium dieſes Werkes wenig oder gar nicht mit der Schule zuſammenhänge, verweiſe ich auf die Worte des J. J. Rouſſeau's:Leſet Plato's Republik. Sie iſt kein(bloß) politiſches Werk, wie die⸗ jenigen glauben, welche von den Büchern nur nach ihren Titeln urtheilen. Sie iſt die ſchönſte Abhandlung über Erziehung, welche jemals geſchrieben worden iſt.