27 von Plato's eigener Hand herrühren; für eben sol aus- gemacht aber gilt es mir, dass wenigstens der sie- bente Brief von einem seiner nächsten Schüler oder Vertrauten ganz in seinem Geiste abgefasst istz und wenn es also dort heisst, dass Plato von den Grund- sätzen seiner Philosophie nie etwas schriftlich bekannt gemacht habe, ooder iemals bekannt machen werde, so kann dieses Zeugniss eben so urkundlich gelten, wie irgend etwas, was Plato in der Apologie oder sonst unter Socrates Person von den Lebensumständen und Gesinnungen seines Meisters berichtet. Ja, auch der znceile Brief, wenn er gleich als späteres Mach- werk nicht einmal dieses Vorrecht in Anspruch neh- men kann, beweist iedenfalls so viel, dass man noch damals zwischen den Unterscheidungslehren plato- nischer Weisheit und dem Inhalte seiner lin Socrates Mund gelegten Gespräche distinguirt habe, wenn er geradezu sagt, alles, was unter Plato's Namen'schrift- lich existire, gehöre dem veritungten und verschönen- ten Socrates an, so dass ihm folglich das eigentlich Platonische noch etwas ganz Anderes, als was wir ietzt in den Schriftwerken dieses Namens lesen, ge- wesen sein muss.“ Ex hocce iudicio, quantum ego video, distinguendum esse videtur non solum apud Platonem aeque ac apud Aristotelem(Met. VII, 11) inter Socratem sapientem natu minorem(item dictum „EOreou sed ab amico Theneteti diversum) etenatu maiorem, sed etiam inter dundem Socratem Platonicum, ad effigiem perfecti philosophi scriptam, quem ger- manice dixeris idealisirten Socrates, et inter Socratem, qualis in vivis erat, propterea quod Socrates aliter philosophabatur et iuvenis et ipse disputans, alitèr et aetate profectus et a Platone loquens introductus, qua de re vid. Stallb. ad Plat. Sophlnip. 218 B et Brandis in Mus. Rhen. t. I, p. 127, a Stallb. laudatus.
Aufsatz
Symbolae criticae ad epistolarum quae Platoni vulgo tribuuntur secundam / Wilhelm Wiegand
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