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Körper dieſelbe Mannigfaltigkeit von Formen und Bewegungen ſah, welche man ſonſt nur in Räumen von bedeutender Aus⸗ dehnung zu ſehen gewöhnt war? Welche Summe von rich⸗ tigen Vorſtellungen iſt nicht durch die Entdeckungen der letzten beiden Jahrhunderte über die Luft unter den Menſchen ver⸗ breitet worden, indem das Barometer uns den Druck der Luft zeigte und ſeitdem behülflich war, die Höhen/ der Berge und die Tiefe der Schachte zu meſſen: indem die Luftpumpe uns lehrte, die Verhältniſſe der Dinge im leeren Raume zu prüfen: indem das Luftſchiff Menſchen durch die Wolken führte, hoch über Gegenden, wozu der Flug des Adlers ſich zu heben ver⸗ mag: indem die Luftwägungen unſere Ueberzeugung von der Theilhaftigkeit der Luft an allen Eigenſchaften der Körperlich⸗ keit vollendete? Wie hat nicht das Thermometer die oft ſich verwirrenden Angaben unſerer ſinnlichen Empfindung berichtigt und uns zur Einſicht gebracht, daß ſowol die Meinung, daß die Menſchen früher einen milderen Himmel genoſſen hätten, ſowie auch die, daß ſie einem ſtrengeren unterworfen geweſen wären, gleich grundlos ſind, und daß die Natur hinſichtlich der Wärmeabwechſelungen dieſelbe erhabene Stetigkeit in ihrem Gange beachtet, wie in allen ihren übrigen Werken? Doch ich würde mich zu weit von meinem Gegenſtande entfernen, wenn ich alle die erklärenden Beiſpiele aufſtellen wollte, welche die Lehre von der Wärme darbietet.... Wenn ich nur noch die Electriſirmaſchine, den Blitzableiter, die Dampfmaſchine, die Regenbogenfarben des Prismas, Galvani's und Volta's berühmte Erfindungen nenne, ſo wird Jeder auf ein Mal viele Saiten in der Harmonie ſeiner Einſichten berührt finden und, was hier angedeutet iſt, leicht ausführen können.— Aber ſo viel Bedeutung auch in allem Dieſem liege, ſo wage ich doch die Behauptung zu wiederholen, daß unſere Wi ſſenſch aft nur noch begonnen hat, den Einfluß zu zeigen, den ſie auf die Entwicklung des Menſchengeſchlechtes haben kann.“
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