Aufsatz 
Weiteres Bruchstück aus dem Wegweiser zur Wissenschaft und zum Studium der Hochschule : ueber die Mathematik / Wilhelm Wiegand
Entstehung
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Zur Geſchichte des Gymnaſiums.

Das Schuljahr begann am 3. Juni, Saen die Aufnahme der neuen Zöglinge voraus⸗ Kauhe war.

2. Bei Aufſtellung des neuen Lehrplanes war in Folge höchſter. Berordnang auf einen weiteren nen anzuſtellenden und aus den bewilligten Staatszuſchüſſen zu ſalarirenden Reallehrer(für Mathe⸗ matik und techniſches Zeichnen) zu reflectixen.(S. die beſondere Beilage über das 50 jährige Beſtehen der Anſtalt und über den Umfang des jetzt darin ertheilten Real⸗Unterrichtes.) Da bei Anfang des Schuljahres die Beſetzung dieſer neuen Lehrerſtelle noch nicht erfolgt war, ſo wurde ſie mit höherer Genehmigung vorläufig vicarirt, der mathematiſche Theil durch Hrn. Dr. Burger, der techniſche Zeichenunterricht durch Hrn. Baumeiſter Kaus.

3. Durch allerh. Decret v. 5. Juli 1852 wurde die gedachte neue Lehrſtelle beſetzt in der Perſon des Hrn. Ferdinand Albert, geb. zu Darmſtadt 1821, an der dortigen höheren Gewerbſchule von 1837 1840 gebildet und ſeit 1841 an der Realſchule zu Michelſtadt angeſtellt. In ſeine hieſigen Functionen wurde derſelbe am 11. Sept. eingewieſen.

4. Die Lehrſtelle des noch als Landtags⸗Deputirten abweſenden Hrn. Dr. Eich wurde auch einige Zeit in dieſem Schuljahre vicarirt von Hrn. v. Gallera und von Hrn. Dr. Keller, und zwar vom Anfang des Schuljahres bis zum 1. Auguſt und vom 25. October bis 23. Dec.

5. Zur Maturitätsprüfung wurden admittirt am Ende des Sommerhalbjahres die Ober⸗ Primaner Brand, Derſcheidt, Hundhauſen, Mayer, Schall, Schmitt, am Ende des Winterhalb⸗ jahres Herm. Reuß. Nachdem dieſelben vorſchriftsmäßig ihre ſchriftl. Prüfungs⸗Arbeiten in deutſcher, franzöſiſcher und lateiniſcher Sprache vollendet hatten: ſo fand am 28. Auguſt und am 23. März die mündliche Prüfung Statt, mit deren Abhaltung beide Male der Director unter Zuziehung der übrigen Mitglieder der Prüfungs⸗Commiſſion von Gr. O. St. D. beauftragt worden war. Sämmt⸗ liche Abiturienten haben die Prüfung beſtanden.

6. Der Gymnaſial⸗Lehramtscandidat, Hr. Emil Willenbücher, geboren am 24. Mai 1829 zu Güttersbach in der Provinz Starkenburg, gebildet an dem Gymnaſium zu Darmſtadt und an der Landes⸗Univerſität, erhielt durch Erlaß Gr. O. St. D. vom 16. October 1852 auf ſein Nachſuchen die Erlaubniß, an hieſigem Gymnaſium nach dem Ermeſſen des Directors ſeinen vorſchriftsmäßigen Acceß zu machen, welchen er mit dem Anfange des Winterhalbjahres antrat durch Uebernahme von 5 wöchentl. Unterrichtsſtunden in der unteren Gymnaſial⸗Tertia ſowie durch Vicariaturen in den an⸗ deren Klaſſen bei vorkommenden Verhinderungsfällen.

7. Unter den allgemeinen, an alle Landesgymnaſien gerichteten Verordnungen Großherzogl. Ober⸗ ſtudien⸗Direction ſind hier beſonders zu nennen: a. vom 3. Nov. 1852, betr. den Austauſch der von den höheren Unterrichts⸗Anſtalten alljährlich in Druck gegebenen Programme; b. vom 16. Nov. 1852, betr. die Uniformirung der Civilbeamten, insbeſondere der Gymnaſial⸗ und Reallehrer; c. vom 19. Jan. 1853, betr. den Schreibunterricht, wornach auch diejenigen Schüler der höheren Klaſſen, deren Handſchriften zu Ausſtellungen Anlaß geben, zum Beſuche der Schreibſtunde anzuhalten ſind.

8. Von dem im vorigen Programme erwähnten Zuſchuſſe aus Staatsmitteln wurden 1200 fl. Allerhöchſten Ortes zu Gehaltsaufbeſſerungen beſtimmt, und der ſeit 28. Mai 1847 proviſoriſch er⸗ nannte Lehrer Hr. E. Klein durch Allerhöchſtes Decret vom 8. Nov. 1852 definitiv angeſtellt.

9. In den Herbſtferien wurden ſämmtliche Lehrzimmer renovirt, in Folge deſſen die Ferien um 8 Tage verlängert werden mußten, nämlich bis zum 25. October.