Aufsatz 
Über Platos Republik X, S. 513, 10 Bekk. :
(Nachtrag zu meiner in der Zeitung für Altertumswissenschaft, Juni-Heft d.J., S. 576-598, beendigten Ährenlese.)
Entstehung
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d. Anträge zur Einführung des Geſangs und des gymnaſtiſchen Unterrichtes.

Bei der neuen Organiſation blieben die rubr. Anträge vorderhand unerledigt, wur⸗ den aber ſeitdem unter dem 17. Juni d. J. wiederholt. Bekanntlich wurde die Einfüh⸗ rung des gymnaſtiſchen Unterrichtes auch ein Gegenſtand der jüngſten Landtags⸗Verhand⸗ lungen und von den Kammern ein Antrag auf Ertheilung von militäriſch⸗gym⸗ naſtiſchem Unterricht für die männliche Jugend in den Volksſchulen und den höheren Lehranſtalten des Großherzogthums geſtellt. Aus der darauf erfolgten Allerhöchſten Entſchließung im Landtagsabſchiede vom 18. Juli d. J. 39 entnehmen wir, daß in dieſer Beziehung eine allgemeine Verfügung für alle Landes⸗ Gymnaſien überhaupt vorerſt abzuwarten iſt.Die Gr. Behörden, heißt es a. a. O., ſind ſchon längere Zeit mit dieſem Gegenſtande beſchäftigt und Se. Kön. Hoheit werden hierüber, ſobald die deßfalls ſtattfindenden Verhandlungen zur Entſchließung reif ſind, das Geeignete verfügen. Eine gewiſſe Cunctatio wird hier hoffentlich zu deſto er⸗ wünſchterem Ziele führen, indem die Art und Weiſe, wie dieſer Unterricht an manchen Orten eingeführt oder beabſichtigt wird, von Beſonnenen nicht ganz gebilligt wird. Die Aufnahme dieſes Elementes wird und muß eine totale Umgeſtaltung*) unſeres Unter⸗ richtsweſens nach ſich ziehen. Doch davon zu einer andren Zeit.

3. Nekrolog.

Unter dieſer Rubrik haben wir in dieſem Schuljahre weder unter den Lehrern noch unter den Schülern einen eigentlichen Verluſt zu beklagen. Aber ohne ſich einer Impie⸗ tät ſchuldig zu machen, darf unſere Anſtalt nicht unerwähnt laſſen, daß am 16. Mai d. J. zu Speyer der quiescirte Königl. Bayer. Regierungs⸗ und Conſiſtorialrath Buten⸗ ſchön im 78. Altersjahre verſchied, im Leben vielfach verſucht, unter allen Verhältniſſen aber edel und characterfeſt. Wenn es nämlich meinem Vorvorgänger, dem ſel. Hofrath

*) Bei den Alten war die Gymnaſtik kein Partikelchen der Jugendbildung, ſondern wenigſtens die Haͤlfte und durchdrang ſie ganz. Vergl. Plato Rep. II, 17:Welches iſt nun die Bildung? oder iſt es ſchwer eine beſſere zu finden, als die hiſtoriſch bewäͤhrte und uͤberkommene? dieſe beſteht aber in Abſicht auf den Leib in der Gymnaſtik und in Abſicht auf die Seele in den Kuͤnſten der Muſen. und ein bekannter Humaniſt bemerkt:Von der Bildung und Pflege, die der Grieche in ihrer Vollheit genoß, iſt uns die eine Haͤlfte, die des Leibes, zu Grunde gegangen, und mit ihr die Haͤlfte der Guͤter, die das Leben bieten kann.... Nicht ein Mal koͤmmt dem Geiſte zu gut, was dem Leibe entzogen wird.