— 19— Die Aufgabe würde freilich eine Lebensaufgabe ſein und ließe ſich nicht im Galopp käſen,
in welchem leider die meiſten Schullehrbücher der Geſchichte fabricirt werden.
Bis dieſe Aufgabe zu einiger Zufriedenheit erfüllt ſein wird, würde ich den allge⸗ meinen Vorſchlag machen, in den unterſten Klaſſen die Geographie zur Hauptſache zu machen und die Geſchichte gelegentlich, meiſt biographiſch zu behandeln, dagegen in den oberen Klaſſen die Geſchichte zur Hauptſache zu erheben und das Geographiſche der Ge⸗ ſchichte jedes Volkes theils wiederholend, theils erweiternd, theils(zwiſchen der alten und neuen Geogr.) vergleichend, wie es eben das jedesmalige Bedürfniß der Schüler verlan⸗ gen würde, vorauszuſchicken.
III. Zur Chronik.
1. Erweiterung des Gymnaſiums.
Es iſt im vorjährigen Herbſtprogramm S. 6— 13 von mir ausführlich berichtet worden, wie das kaum aus einer franzöſiſchen Secundärſchule hergeſtellte Gymnaſium zu Worms eine längere, öfters bedenkliche aber glücklich beendigte Kriſis beſtand: daß nämlich in Folge der Zeit⸗ und Ortsverhältniſſe ſich längere Zeit verſchiedene Anſichten hier gegenüber ſtanden, wovon die einen entſchieden für die Umformung in eine Realſchule ſich ausſprachen, die anderen aber für die Erhaltung der Anſtalt in der neuerdings gewonne⸗ nen Ausdehnung und Berechtigung(Exemtionsrecht); daß aber dieſe divergenten Anſichten ſich endlich aus⸗ und dahin verglichen:
I. Die ſtädtiſchen Behörden erklären einmüthig, daß ſie keineswegs geſonnen ſind, das hieſige Gymnaſium in ein Progymnaſium oder gar zu einer Realſchule umformen zu laſſen, vielmehr deſſen Fortbeſtand mit dem durch höchſte Verordnung vom 1. Oct. 1832 wieder verliehenen Exemtionsrecht lebhaft wünſchen und nöthig erachten;
II. daß dabei aber, unbeſchadet des der Anſtalt fortwährend zu Grunde liegenden Gymnaſial⸗Prineipes und Zweckes, künftig für den Unterricht in den Naturwiſſenſchaften, den neueren Sprachen, im praktiſchen Rechnen, techniſchen Zeichnen und Geſchäftsſtyl in ausgedehnterer Weiſe Fürſorge getroffen werde;
III. ſie beantragen dagegen die baldige Beſetzung der vacanten und noch zu ereiren⸗ den Stellen mit tüchtigen Philologen und Schulmännern und die Stadtvorſtände bewilli⸗ gen aus dem Stadtärar deßhalb zu dem Ertrage des Gymnaſialfonds einen Zuſchuß von
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