— 16— damental⸗Principien nach wie vor Gymnaſium iſt, ſondern auch im Intereſſe der Schüler ſelbſt, welche, wie dies leicht der Fall ſein kann, ihren Entſchluß dahin ändern, daß ſie ſich dem akad. Studium widmen.— Diejenigen Induſtriellen, welche, vielleicht aus un⸗ glücklichen Jugend⸗Erinnerungen, allem nicht augenblicklich Nutzen bringenden Unterrichte uͤberhaupt und ſo dem im Lateiniſchen insbeſondere keinen Gewinn abſehen können und die fragliche Maßregel als ein zu großes dem Gymnaſial⸗Princip zu Liebe gebrachtes Opfer anſehen, dieſe wollen wir nicht nur auf eine der neueſten Verordnungen, d. d. 10. Oct. 40 des königl. preußiſchen Cultus⸗Miniſterium Eichhorn verweiſen, welche ſelbſt für die reinen Realſchulen das Lateiniſche als allgemein verbindliche Lection anempfiehlt, ſondern auch auf die Stimmen eines Mannes vom realiſtiſchen Fache. In dem Jahresberichte der königl.“Realſchule in Berlin vom J. 1840 hat nämlich der Hr. Oberlehrer Kaliſch in einer Abhandlung:„Ueber das Lateiniſche in der Realſchule“, welche die öffentliche Kritik als das Beßte und Gewichtigſte über dieſe Sache bezeichnet hat, die Nothwendig⸗ keit dieſer Sprache auch für die ſ. g. Realſchüler ſo triftig dargethan, daß von einem Unbefangenen ſich nicht leicht wieder ein Zweifel hierüber erwarten läßt.— In dem dritten Abſchnitte: Ueber den Unterſchied des pädagogiſchen und profeſſio⸗ nellen Nutzens der Schule und des Unterrichtes überhaupt, ſagt dieſer Reallehrer für Alle, die über Unterricht und Erziehung noch zu berichtigende Anſichten haben, ſo beherzigende und die bisherigen Grundſätze unſerer Anſtalt beſtätigende Worte, daß man es mir, den man zu den Philologen rechnet, leicht geſtatten wird, wenn ich einige Worte daraus wiederhole:„Was man auch ſagen mag, es iſt nicht wahr! Erſt⸗ lich: daß die jungen Leute, wenn ſie die Schule verlaſſen, Alles haarklein gelernt haben müſſen, was ſie an ſpeciellen Kenntniſſen und Fertigkeiten zu ihrer künftigen Profeſſion gebrauchen möchten. Das, was im Allgemeinen dazu gehört, fällt mit dem pädagogiſchen Intereſſe der Schule ohnehin zuſammen, es iſt der Stoff, den auch ſie in der Blüthe vorbereitet, und was darüber iſt, iſt vom Uebel.— Wenn der künftige Kaufmann, wie ſich's in der Schule gehört, an Ordnung und Pünktlichkeit und Sauberkeit gewöhnt iſt, wenn er ſeine Rechnungen mit Klarheit und Sicherheit zu machen und ſich in ſeiner Mutterſprache, wie in der fremden, mündlich und in Briefen und Aufſätzen deutlich und verſtändlich auszudrücken weiß u. ſ. w., ſo braucht ihr ihn nur anzuweiſen, wie ihr eure Bücher und Correſpondenz geführt und euere übrigen Geſchäfte beſorgt haben wollt, und ihr werdet an ihm in kurzer Zeit einen brauchbaren Gehülfen haben, und hoffentlich noch etwas Mehr, wenn nur der Herr danach iſt. Die ſich dumm dabei anſtellen, das ſind eben ſolche, die man auch, ohne einen Dank, im Voraus nach beſtimmten Leiſten hat zuſtutzen wollen, und die nun um ihren Mutterwitz betrogen und verdutzt daſtehen, wenn ſie ſich in eueren Eigenheiten finden ſollen. Wer die Länder und ihre geographiſchen
Aufsatz
Über Platos Republik X, S. 513, 10 Bekk. :
(Nachtrag zu meiner in der Zeitung für Altertumswissenschaft, Juni-Heft d.J., S. 576-598, beendigten Ährenlese.)
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