3
folgende 10 Schüler ab: die Primaner Karl Castendyk von hier, 12 J. im Gymnasium, 2 J. in Prima, wegen Kränklichkeit von der Abiturientenprüfung abgehalten; Friedrich von Stein aus Schaumburg und Rudolph von Ibell aus Homburg, die, als Ausländer, zu unsrer Prüfung keine Verpflichtung hatten: der erstere studixt bereits Medicin in Bonn; der zweite gedenkt sich der Jurisprudenz, der dritte dem Forstwesen zu widmen. Dann zu verschiede- nen Berufsarten: der Secundaner Anton Höchstex von hier; die Quartaner Karl Stetrer aus Allner nnd Johann Braun von hier; die Quintaner Ferdinand Raab, Gottlieb Giebe- rich, Jacob Waldschmiadt, alle drei von hier; endlich Hermann von Franzky, um ein Privatinstitut zu besuchen.— Hierbei die Bemerkung, dass Einigen der genannten Schüler, besonders aus den untern Classen, der Rath gegeben wurde, aus der Anstalt zu treten, weil sie wegen Unfähigkeit oder Trägheit nicht vorwärts zu bringen waren, Andere von selbst weggingen, weil ihnen die sittlichen oder wissenschaftlichen Forderungen der Anstalt zu lästig fielen. Für beide Arten ist das Gymnasium nicht, und sie suchen allerdings ihr Heil besser anderswo.
Dagegen wurden aufgenommen a) im Herbst v. J. im Ganzen 9 Schüler, nämlich nach Secunda: Moritz Carriere aus Kirchgöns im Grossherzogthum Hessen u. Julius Reuss aus Burbach; nach Tertia: Ludwig Krämer aus Freudenberg, Karl Ludolph aus Schrecks- bach in Churhessen und Bodo Graff aus Darmstadt; nach Quarta: Theodor Schapper aus Niederkleen und Anton Engisch aus Kirn; nach Quinta: Ludwig Seelbach aus Elberfeld, Gustav Graff von hier.— b) nach Ostern d. J. 12 Schüler, nämlich nach Prima: Karl Seelbach aus Elberfeld; nach Secunda: Karl Grün aus Lüdensch eid u. Wilhelm Woll- weber aus Rennerod im Herzogth. Nassau; nach Tertia: Albert Remy vom Rasselsteiner Hammer; nach Quarta: Albert Schenk aus Siegen, Arnold Wörner aus Burbach und Heinrich Brant aus Nathenstedt im Königr. Hannover(trat erst im August ein); nach Quinta: Friedrich Pfaff aus Niederkleen, Peter Rumpf aus Asslar, Adolph Seelbach aus Elber- feld, Ferdinand Girshausen aus Altenkirchen und Franz v. Meyer aus Wetzlar.
Sonach betrug die Zahl der Schüler während des zweiten Semesters im Ganzen 9o, nämlich 9 in Prima, 18 in Secunda, 23 in Tertia, 24 in Quarta, 16 in Quinta. Darunter befenden sich 39 einheimische und 5r auswärtige(13 Ausländer); 81 evangelische, 8 ka- tholische, israelitischer. Man sieht hieraus, dass der Zuwachs aus der Stadt selbst so eben noch nicht die Hälfte, und in der Regel nicht über die Hälfte der Schülerzahl beträgt. Diess möchte auffallen, wenn man nicht wüsste, dass Wet zlax bei einer geringen Bevölkerung von nicht ganz 5000 Einwohnern jetzt weniger Familien aus den s. g. höhern Ständen, als früher, zählt, dass die Bürgerschule seit mehreren Jahren durch Anstellung einiger neuer Lehrer merklich gewonnen hat, endlich dass die gewerbtreibenden Bürger ihre Söhne hergebrachter Weise in jene wohlfeilere Schule schicken. Auch fehlte den Einheimischen eine Zeitlang die gehörige Gelegenheit zur Vorbereitung der Knaben für die fünfte(unterste) Classe unsrer Apstalt. Diesem Mangel ist indessen jetzt dadurch abgeholfen, dass die Herrn Kessler und Fries, Lehrer an der Bürgerschule, mit höherer Genehmigung ein Vorberei- tungsinstitut errichtet haben, welches seinen Zweck erfüllen wird. Wir empfehlen dieses Privatinstitut auch den Eltern der Umgegend, die einstens Söhne dem Gymnasium anzuvertrauen Willens sind, da wir aus Erfahrung wissen, mit wie läckenhaften Kenntnis- sen, oft nur mit etwas Latein nothdürftig ausgestattet, Knaben vom Lande gewöhnlich einer höhern Anstalt zugeführt werden..
B. Für die Gymnasialbibliothet sind in diesem Jahre folgende Werke angekauft wor- den: Antisymbolik von Voss, Hüllmann's röm. Grundverfassung, Kirchhofer's schweiz. Sprüchwörter, Hofmann's Lexicon bibliogr, Ramshorn's lat. Synonymik, Themisrii oratt.
ed. Dindorf; die Jahrgänge von Jahn's Jahrbüchern und von der Schulzeittng; die Fortse- tzungen von Forcellini's Lex.(XVI— XXI.), von Stephani thesaurus(Vol. III.) und von Gold-


