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nahegelegt hat, wie die verschiedenen Materialien, wie sowohl Zeit als Ort, Lebens- bedürfniss und Lebensanschauung einen bestimmenden Einfluss auf die jedesmaligen Formen gehabt haben; um endlich, wenn die Details, die doch immer das Wesentliche der Unterweisung ausmachen müssen, zur Gentge behandelt sind, die Schüler von der Erörterung des Einzelnen zur Betrachtung des Ganzen wieder zurückzuführen.— Soviel! um wenigstens eine Andeutung von dem zu geben, was die Grenzen des Unter- richts im Freihandzeichnen einschliessen. Zur weiteren Ausführung werden später die Sachverständigen der Anstalt das Wort nehmen, wie diess bereits im Programm des Jahres 1868*) geschehen ist. Dieser Vortrag über Ornamentik wird sich unvermeidlich theils im Laufe, mehr noch gegen das Ende desselben zur Dartellung von Bildern der gesammten Plastik, wie sie die einzelnen Epochen hervorgebracht haben, erweitern. Eine Geschichte der bildenden Künste selbst und im Einzelnen eine Geschichte der Architektur ist dem Lehrplan der Fachklasse vorbehalten.
Bei Beurtheilung des pädagogischen Werthes, der dem Lehrplan der Gewerbe- schulen beizumessen ist, wird der veredelnde Einfluss den der Unterricht im Freihand- zeichnen, sofern es sich bei ihm um ornamentale Kunst handelt, gleich jedem anderen ästhetischen Unterricht auf den Schüler übt, immer eine besondere Berücksichtigung erfor- dern. Dieser Einfluss wirkt um so wohlthuender, je einseitiger in einem grossen Theile der tbrigen Unterrichtsstunden die Verstandesthätigkeit beschäftigt wird; er wirkt auch— und namentlich um so nachhaltiger, als diese Beschäftigung mit ornamentaler Kunst sich dem Schüler durch sein ganzes späteres Leben darbietet, ohne dass er sie erst in Büchern, Museen etc. zu suchen hätte— er möge werden, was er wolle!
Der Vortrag über Ornamentik und die Uebungen im Zeichnen bilden im Verein mit dem Studium der Sammlungen das Material zur Lösung der dritten Aufgabe: die Schüler zur eigenen Erfindung von Ornamenten— sagen wir deutlicher: zur Zusam- menstellung vorhandener Ornamente, zur Anwendung gegebener Motive auf andere Zwecke, zur Umformung solcher oder zur stylgemässen Verwendung natürlicher Formen anzuleiten. Weiter kann, um darüber keinen Zweifel zu lassen, mit dem„Erfinden“ nichts gemeint sein. Ein Schüler soll und kann nicht schaffen— er soll lernen. Junge Leute, die nicht zu lernen haben, gehören grade so wenig auf die Schule, als
*) Lehrer Merkel: Dae Wesen des Ornaments.


