Aufsatz 
Betrachtungen über die neueren Gewerbeschulen im Allgemeinen, sowie Erläuterungen über den durch die Verordnungen vom 21. März 1870 vorgeschriebenen Lehrplan und dessen Ausführung seitens der hiesigen Anstalt insbesondere / [Wiecke]
Entstehung
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gemacht, der Natur der menschlichen Entuwickelung immer ernstere Aufmerk- sumkeit zugetwdndt.

Wir haben angefangen, wir haben uns das Ziel immer klarer gemacht 2 aber nicht wahr: wir haben noch recht herzlich wenig erreicht? Der Himmel bewahre uns an dieser Stelle vor Selbstverblendung! Oder hat die Ausführung dieser gewiss recht vernünftigen Idee etwa damit angefangen, dass die Realschule zu alle dem, was sie schon zu leisten hat, nun auch noch die Vorbereitung für die Universität übernehmen will? Glücklicherweise glaubt uns hierin kein Mensch eher, als bis er Früchte sieht! Einlenkend setzt darum der Referent Ostendorf hinzu: Und hierin muss denn

auch dus Heilmittel liegen, wenn es überhaupt cin solches giebt.(74)

Konzentration lautet das pädagogische Feldgeschrei der Zeit etc. etc. Sollten Angesichts dieser Aeusserungen Fachschulen, mit allen den Lehrfächern, welche die Realschule hat, aber einem einseitig schnelleren Vorgehen in einzelnen derselben in der That etwas Anderes sein, als der natürlichste Ausweg diese Schwierigkeiten zu heben? Man stelle sich vor, es habe irgend eine Realschule I. Ordnung von der Unter- Sekunda an bleibend nur solche Schüler zu unterrichten, die dem Kaufmannsstande sich widmen wollen; so werden ohne jedes äussere Zuthun naturgemäss die Lehrer der Mathematik, der Physik, der Chemie, der lateinischen Sprache sich veranlasst sehen oder in dem Kollegium veranlasst werden, um Nachlass in dem Umfange ihres Pensums einzukommen, damit der Rest dafür desto gründlicher gelehrt werde; und nur der pädagogische Unverstand eines Lehrers möchte sich dagegen sperren eine Inkonvenienz, gegen die es ja wohl Abhülfe giebt. Andererseits würden die Lehrer der neueren Sprachen sich in ihren Anforderungen an die Schüler weniger behindert sehen, und da nun einmal tüchtige Lehrer meistens an der Grenze dieser durch die Anforderungen anderer Lehrfächer gestellten Hindernisse sich hin- und herbewegen, vielleicht ohne es selbst zu merken, von dem frei gewordenen Platze Besitz ergreifen und vermöge weiterer Expansion zu Anträgen, dass der Stundenplan mit Rücksicht auf Gleichartigkeit der Unterrichtsfächer angelegt werde, sowie zu einer reicheren Aus- stattung ihres Lehrplans zunächst in Hinsicht auf Intensität des Unterrichts von selbst übergehen. Und sollte einem der Lehrer die erforderliche Elastizität fehlen, so wird sich gewiss auch für solehe Inkonvenienz Abhülfe finden lassen.