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„Es ist zu meiner Kenntnis gelangt, dass Schüler höherer Lehranstalten, welche von den letzteren wegen Vergehungen gegen die Schuldisciplin verwiesen worden waren, noch in demselben Semester Aufnahme als Studierende bei einer Universität gefunden haben. Es wird dadurch die Bedeutung der von der Schule verhängten Strafe in unzulässiger Weise verringert. Wenn aber gar die Schule, welche die Verweisung verhängt hat, und die Universität, bei welcher die Immatrikulation erfolgt ist, sich an demselben Orte befinden, so wird auch durch die spätere Zulassung der Verwiesenen die gesamte Disciplin der betreffenden Schule notwendig gefährdet, während die Universität ein Interesse nicht besitzen kann, unreife Leute, welche sich der Schuldisciplin nicht gefügt haben, als Zuhörer zu gewinnen.
Die Herren Universitäts-Kuratoren und die Universitäts-Kuratorien beauftrage ich deshalb, Schülern, welche von einer höheren Lehranstalt verwiesen worden sind, in demselben halben Jahre die Erlaubnis zur Immatrikulation nach§. 3 der Vorschriften vom 1. Oktober 1879 zu versagen. Wenn ferner die Verweisung von einer höheren Lehranstalt eines Universitäts- ortes erfolgt ist, so sind die betreffenden Schüler an dieser Universität zu der Immatrikulation nach§. 3 überhaupt nicht zuzulassen.
Sollten in einzelnen Fällen ganz besondere Umstände eine Ausnahme von den vor-
stehenden Anordnungen gerechtfertigt erscheinen lassen, so ist darüber meine specielle Entscheidung einzuholen.“
7) Provinzial-Schulkollegium verfügt unter dem 25. Januar 1882, dass die Bibliothek und die Sammlungen des Gymnasiums gegen Feuersgefahr versichert werden sollen.
8) Provinzial-Schulkollegium genehmigt in einer Verfügung vom 25. Januar 1882, dass von Ostern d. J. ab die englischen Lehrbücher von Plate beseitigt und die entsprechenden von Gesenius ein- geführt werden.
9) provinzial-Schulkollegium wünscht unter dem 18. Februar 1882 Auskunft darüber, welche Einrichtungen gegen Feuersgefahr im Inneren des Gymnasialgebäudes getroffen und ob die getroffenen Vorsichtsmassregeln für ausreichend zu erachten sind.
V. Statistische Notizen.
Die Anstalt wurde im Schuljahre 1881/82 von 524 Schülern besucht. Von ihnen waren 76 aus- wärtige, 448 einheimische. Von den letzteren sind aber nur 156 in Wiesbaden geboren, während 282 an anderen Orten geboren sind, also Familien angehören, die erst in den letzten Jahren hier ihren Wohnsit⸗z genommen haben.—.
Der Konfession nach waren 409 evangelisch, 75 katholisch, 6 altkatholisch, 2 griechisch-katholisch, 3 deutsch-katholisch, 6 anglikanisch, 4 lutherisch, 4 mennonitisch, 19 israelitisch, 2 konfessionslos.
Ausgetreten sind während des abgelaufenen Schuljahres 25 Schüler; einer ist gestorben; wir schliefsen daher mit einem Bestande von 498 Zöglingen.


