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Cassel, den 29. September 1892: Anlässlich eines beklagenswerten Unglücksfalles, der sich durch Spielen mit einer Salonpistole auf einer Badeanstalt ereignet hat, ist durch Ministerialerlass vom 21. September bestimmt worden, dass die Schüler vor dem Tragen von Schusswaffen unter Androhung von Strafe, im Wiederholungsfalle der Ausweisung gewarnt werden sollen.
Cassel, den 3. November 1892: Durch Ministerialerlass vom 24. Oktober ist be- stimmt worden, dass künftig die zweite Hülfte des Probejahres von Candidaten der neueren Fremdsprachen auch in Lündern französischer Zunge abgelegt werden kann.
Cassel, den 12. November 1892: Die achtzigteiligen Thermometer sind nach und nach durch hundertteilige zu ersetzen.
Cassel, den 9. Januar 1893: Zafolge Ministerialerlass vom 31. Dezember 1892 ist bei der Berechnung der von den wissenschaftlichen Lehrern zu erteilenden Pflichtstunden davon auszugehen, dass diejenigen Lehrer, welche in Zukunft die feste pensionsfähige Zulage von jährlich 900 M. erhalten, in der Regel im Maximum 22, alle übrigen wissenschaftlichen Lehrer aber 24 Unterrichtsstunden zu erteilen haben.
III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr wurde Montag den 25. April morgens 7 Uhr mit der Aufnahmeprüfung eröffnet; der Unterricht nahm tags darauf seinen Anfang. Die Pfingstferien dauerten vom 5. bis zum 13. Juni, die Herbstferien vom 15. August bis zum 18 September, die Weihnachts- ferien vom 24. Dezember bis zum 6. Januar. Der Allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs wurde am 27. Januar von der Anstalt festlich begangen. In seiner Fest- rede schilderte Herr Oberlehrer Dr. Degenhardt die Befreiungsthat des Arminius und deren Wiederspiegelung im Lichte der deutschen Litteratur.— Der Erinnerung an den Todestag weiland Sr. Majestät Kaiser Friedrichs III. war die erste Vormittagsstunde des 15. Juni, der Erinnerung an seinen Geburtstag die erste Vormittagsstunde des 18. Oktober gewidmet; die Ansprache hielt am 15. Juni der Oberlehrer Dr. Kitze, am 18. Oktober der Direktor. In gleicher Weise wurde am 9. März die Erinncrung an den Todestag weiland Sr. Majestät Kaiser Wilhelms I. mit einer Ansprache des Oberlehrers Siebert begangen.
In der Zusammensetzung des Kuratoriums ist während des abgelaufenen Schuljahres eine Xnderung nicht eingetreten. Dasselbe besteht demnach aus den Herren Oberbürgermeister Dr. v. Jbell, Direktor Weldert, Schulinspektor Rinkel und Direktor Dr. Kaiser als ständigen, sowie den Herren Rentner Gaab, Rentner Mäckler, Stadtverordneten Sanitätsrat Dr. Pagenstecher, den Magistratsmitgliedern Steinkauler, Dr. Weidenbusch. Stadtbaudirektor Baurat Winter als gewählten Mitgliedern.
Im Lehrerkollegium ist, abgesehen von den weiter unten angegebenen durch die Ver- tretung beurlaubter Lehrer bedingten Anderungen, ein Wechsel nicht eingetreten; der Bestand des Kollegiums ist aus der S. 25 und 26 gegebenen ÜU'bersicht zu ersehen. Zur Ablegung


