die von nun an die Hauptbeſtimmungen der in den alten Provinzen des Staats beſtehenden Prüfungsordnung zur Anwendung kommen, getroffen werden.
IV.ͤ Reſcript derſelben Behörde vom 7. Januar 1869, betreffend die Form und die Abfaſſung des Programms.
c. Chronik des Gymnaſiums.
Das Schuljahr wurde am 30. April, nachdem Tags zuvor die Aufnahmeprüfungen ſtattgefunden hatten, mit feierlichem Gottesdienſt in den Kirchen beider Confeſſionen und mit einer Verſammlung der Lehrer und Schüler in der Aula des Gymnaſiums, wo letztern die Schulgeſetze vorgeleſen und erläutert wurden, eröffnet.
Die Zunahme der Schüler der oberen Claſſen machte eine vollſtändige Theilung der Prima in zwei Abtheilungen nothwendig. In Folge davon wurde dem Candidaten des höheren Lehramts, Dr. Anton Bölke, die volle Stundenzahl eines ordentlichen Lehrers übertragen. Demſelben war auf ſeinen Antrag, nachdem er vor der wiſſenſchaftlichen Prü⸗ fungscommiſſion zu Berlin die Prüfung pro facultate docendi beſtanden hatte, geſtattet worden, ſein Probejahr an dem hieſigen Gymnaſium abzuhalten.— Mit dem Ende des Monats September ging der commiſſariſche Lehrer Dr. Prosper Weſener, welcher die bei der Anſtalt vacante Lehrerſtelle vertreten hatte, von hier ab, um eine ordentliche Lehrerſtelle an dem Gymnaſium zu Inowraclaw zu übernehmen. An deſſen Stelle trat als commiſſariſcher Lehrer der Candidat des höheren Lehramts Johann Püttgen. Der Zeichenlehrer Die⸗ fenbach wurde das ganze Sommerſemeſter hindurch durch Unwohlſein verhindert, ſeinen Unterricht zu ertheilen; in den dadurch ausfallenden Unterrichtsſtunden wurden die Schüler der betreffenden Claſſen in angemeſſener Weiſe ſonſt beſchäftigt. Bei dem Beginn des Winter⸗ ſemeſters war er ſoweit wieder hergeſtellt, daß er ſeinen Unterricht vollſtändig wieder übernehmen konnte. Dagegen mußten der Profeſſor Barbieux und der Elementarlehrer Decku, welche erkrankt waren, erſterer das letzte Quartal, letzterer mehrere Wochen hindurch vertreten werden.
Die Pfingſtferien dauerten vom 30. Mai bis zum 8. Juni.
Wegen der großen Sommerhitze wurde an folgenden Tagen der Unterricht theilweiſe, namentlich des Nachmittags meiſt eine Stunde ausgeſetzt: am 26., 28. Mai, am 18., 22., 23. Juni, am 13., 14., 16., 17., 21., 23., 28. Juli, am 10., 11., 13., 17. Auguſt. In den erſten Tagen des September wurde den Schülern durch theilweiſe Ausſetzung des Unterrichts Gelegenheit gegeben, die damals in unmittelbarer Nähe Hadamars ſtattfindenden Diviſions⸗ manöver anzuſehen.
Am 9. und 10. Juli hatte ſich das Gymnaſium des Beſuchs des Oberpräſidenten unſrer Provinz, Herrn von Möller, zu erfreuen. Derſelbe zog die genaueſten Erkundigungen über die Verhältniſſe und Zuſtände des Gymnaſiums ein und ließ ſich das Lehrercollegium vorſtellen. Die auf dem Turnplatz verſammelten Schüler ſtellten in ſeiner Gegenwart einige Uebungen an. Sodann nahm er die Räumlichkeiten des Gymnaſiums in Augenſchein und wohnte dem Unterricht der Unter⸗ und der Oberprima, ſowie einer Geſangprobe des Ge⸗ ſammtchors bei. Vor ſeiner Abreiſe gab er mit den freundlichſten und wohlwollendſten Worten ſein Intereſſe für die Anſtalt kund.
Am 7. und 8. September fanden die nicht öffentlichen Herbſtprüfungen ſtatt und mit dem 9. September begannen die Herbſtferien, welche bis zum 6. October dauerten.


