Aufsatz 
Lehrplan des Gymnasiums in ausführlicher Darstellung
Entstehung
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eng anſchließenden Uebungsbücher eingeführt, und damit iſt auch die Methode dieſes Unter⸗ richts gegeben. Die Eigenthümlichkeit jener Bücher beſteht darin, daß die Vocabularien den mit Rückſicht auf die ſpätere Verwendung bei der Lectüre aus den Claſſikern, alſo zunächſt aus Nepos und Cäſar ausgewählten Sprachſtoff enthalten und in den Uebungsbüchern dieſer Stoff, ſowohl ſogleich als auch bei weiterem Fortſchreiten immer wiederholt ſeine Anwendung findet. Das Lernen der Formen beginnt demgemäß alsbald mit der Bildung von Sätzen⸗ welche von den Schülern unter Anleitung des Lehrers in der Schule vorgenommen wird. Die Thätigkeit des Lernens wird ſo viel wie möglich in die Schule verlegt und die häuslichen Aufgaben, mäßigen Umfangs, ſollen nur ein Reprodueiren des in der Schule Gelernten ſein. Die Vocabeln werden zwar auch für das mechaniſche Gedächtniß eingeprägt, aber bei dem Repetiren nicht immer in derſelben Form, ſondern in mannichfaltigem Wechſel der Numeri, Caſus, ſowie der Tempora und Modi u. ſ. w. abgefragt. Der Lernſtoff dieſer beiden Claſſen vertheilt ſich folgendermaßen:

Sexta. Die regelmäßige Formenlehre: Declination und Conjugation mit Einſchluß der Deponentia, Haupt⸗Genusregeln, Comparation, Zahlwörter(cardinal. und ordinal.), Pro⸗ nomina, Präpoſitionen. Mündliche und ſchriftliche Ueberſetzungsübungen im Anſchluß an die Grammatik von Siberti⸗Meiring. Memoriren von Vocabeln und Sätzen.

Quinta. Wiederholung der regelmäßigen, Einübung der anomalen Formenlehre, mit fortgehenden Ueberſetzungsübungen wie in Sexta. Retrovertiren geleſener Stücke. Die ein⸗ fachſten ſyntactiſchen Regeln, auch die Conſtruction des Aceus. cum inf. und des Ablat. absol. werden gelegentlich an Beiſpielen nachgewieſen und eingeübt. Memoriren wie in Serxta; beſonders werden paradigmatiſche Sätze auswendig gelernt.

Dem Curſus der Quarta und Tertia fällt die Wiederholung der Formenlehre und deren Befeſtigung, demnächſt aber als Hauptaufgabe die ſyſtematiſche Behandlung der Grundregeln der Syntax nach der Grammatik von Siberti⸗Meiring zu. Die für dieſe Claſſen bear⸗ beiteten Theile der Oſtermannſchen Uebungsbücher bieten hierzu ausreichenden Stoff zum Ueberſetzen ins Lateiniſche dar. Die darin zur Anwendung kommenden Vocabeln ſind in den betreffenden Vocabularien enthalten und müſſen memorirt werden. Es ſind größtentheils die nach andern Principien geordneten Vocabeln der vorhergehenden Stufen; neue ſind hinzuge⸗ kommen. Es wird darauf hingearbeitet, daß der Vocabelreichthum allmählich durchaus ſicheres Eigenthum der Schüler werde. Durch ſtricte Anwendung dieſer Methode wird es möglich gemacht, mit der in dieſen Claſſen eintretenden Lectüre des Nepos und Cäſar raſch voran zu kommen und bereits in Obertertia die eine und die andere Rede Cicero's zu leſen.

Auf dieſer Stufe gilt der Grundſatz, recht viel zu leſen und ſich nur ſo viel, als zum Verſtändniß des Schriftſtellers durchaus erforderlich iſt, bei der Erörterung von ſachlichen oder grammatiſchen Gegenſtänden aufzuhalten. Die Hauptrückſicht gebührt der Einſicht in den Zuſammenhang des Geleſenen.

Quarta. Wiederholung der Formenlehre; Syntax der Caſus und gelegentlich einzelne wichtige Regeln der weiteren Syntar, an Beiſpielen geübt. Mündliches und ſchriftliches Ueber⸗ ſetzen ins Lateiniſche, im Anſchluß an die Grammatik und die Lectüre. Cornelius Nepos. Gegen Ende des Schuljahrs: Tirocinium poeticum. Memoriren von paradigmatiſchen Sätzen, Abſchnitten, Fabeln.

Untertertia Wiederholung der Caſuslehre, Syntaxr der Tempora und Modi. Münd⸗ liche und ſchriftliche Ueberſetzungen ins Lateiniſche, als häusliche Aufgaben und ex tempore.