Aufsatz 
Neues aus Horaz / Bernhard Werneke
Entstehung
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Ueberſicht über die durchgenommenen Lehrpenſa. Oberprima.

Ordinarius: Profeſſor Dr. Wahle.

1. Religionslehre. a) Katholiſche: Die Sittenlehre. Die Lehre von Gott und der Schöpfung. 2 St. Dr. Kilian. b) Evangeliſche: Comb. mit Unterprima und Oberſekunda. Die Geſchichte der chriſtlichen Kirche bis zum Jahre 1521.(Im Sommerſemeſter) 2 St. Weckerling. Die Geſchichte der chriſtlichen Kirche bis zur Gegenwart und Erklärung des Philipperbriefes.(Im Wiütetſemſter) 2 St. Th. Becker.

2. Deutſch. Das Leben und die Werke Goethes und Schillers; die Romantiker, die Sänger der Jre heiſritge Uhland ſowie die bedeutendſten neueren Dichter und Schriftſteller. Geleſen wurden Schillers Wallenſtein, Braut von Meſſina, ſowie die wichtigeren lyriſchen Gedichte Schillers; Shakeſpeares Julius Cäſar, z. T. als Privatlektüren Leſſings hamburgiſche Dramaturgie mit Auswahl. Freie Vor⸗ träge der Schüler über Leben und Werke einzelner Dichter. Aufſatzthemata: 1) Mit welchem Rechte empfiehlt Horaz in ſeinen Römeroden die Tugend der Einfachheit und Genügſamkeit? 2) Wie läßt ſich die große Anhänglichkeit des Wallenſteinſchen Heeres an ſeinen Feldherrn erklären?(Schillers Wallen⸗ ſtein.) 3) Weshalb macht der Sturz Wallenſteins einen ſo gewaltigen Eindruck auf uns?(Klaſſen⸗ aufſatz.) 4) Welchen Gewinn brachte den Deutſchen die Wiederherſtellung der römiſchen Kaiſerwürde durch Otto den Erſten? 5) Mit welchem Rechte ſagt Horaz:Fortes creantur fortibus et bonis? 6) Weshalb legt Wallenſtein ſogar auf die durch Betrug erſchlichene Unterſchrift ſeiner Oberſten einen großen Wert? 7) Weshalb erwähnen die atheniſchen Redner mit beſonderer Vorliebe die Thaten ihrer Vorfahren in den Perſerkriegen?(Klaſſenaufſatz.) Dazu verſchiedene kleinere Aufſätze in der Schule. 2 St. Dr. Wahle. Philoſophiſche Propädeutik nach Rumpel. 1 St. Der Direktor.

3. Latein. Grammatiſche und ſtiliſtiſche Wiederholungen. Alle 14 Tage eine Überſetzung ins Lateiniſche, abwechſelnd als Klaſſen⸗ und als Hausarbeit, daneben alle 6 Wochen eine Überſetzung ins Deutſche als Klaſſenarbeit. Lectüre: Horaz: 3. und 4. Buch der Oden. Tacitus: 1. u. 2. Buch der Annalen. Cicero: 1. und 2. philippiſche Rede. Livius: 1. und 2. Buch größtenteils extemporiert, z. T. Privatlektüre. 6 St. Dr. Wahle.

4. Griechiſch. Lektüre: Homers Ilias: l. XVI, XVIII, XIX, XXI, XXII und XXIV, andere Bücher in der Überſetzung. Demosthenes: 1., 2. und 3. olynthiſche Rede, 1. und 2. philippiſche Rede, Rede über den Frieden. Extemporalien aus anderen Reden desſelben ſowie aus Thucydides und Xenophons griechiſcher Geſchichte. Sophocles: Aias. Grammatiſche Wiederholungen. Alle 4 Wochen eine Überſetzung aus dem Griechiſchen in der Klaſſe. 6 St. Dr. Wahle.

5. Franzöſiſch. Lektüre: Corneille: le Cid; Erckmann-Chatrian: Campagne de Mayence en 1792 93. Sprechübungen, meiſt im Anſchluß an das Geleſene. Stiliſtiſches, Synonymiſches und Einzelnes aus der Metrik. Grammatiſche Wiederholungen. Schriftliche Arbeiten. 2 St. Bloemer.

6. Hebräiſch. Nominalbildung, das Wichtigſte aus der Syntax, Wiederholung der Verbal⸗ bildung nach Seffer. Lektüre aus der Geneſis und den Pſalmen. 2 St. Dr. Kilian.

7. Engliſch. Wiederholung und Ergänzung der Formenlehre. Einige wichtigere ſyntaktiſche Regeln. Mündliche und ſchriftliche Übungen im Anſchluſſe an das Elementarbuch von Ritter und Friedrich. Leichtere Sprechübungen. Geleſen wurde Shakeſpeare: Julius Cäſar. 2 St. Dr. Marx.

8. Geſchichte und Erdkunde. Die epochemachenden weltgeſchichtlichen Ereigniſſe vom