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trotz eigener starker Arbeitsbelastung Zeichenlehrer Werner von der hiesigen Gewerbe- schule und ermöglichte dadurch die Fortführung des Zeichenunterrichts. Herrn Werner sei auch hier für aufopferungsvolle Hilfe und verständnisvolle Tätigkeit an der Schule herzlicher Dank gesagt.
Ende Februar musste Oberlehrer Tiemeyer zu einer achtwöchigen militärischen UÜbung beurlaubt werden; seine Vertretung wurde dem Kandidaten Heusinger übertragen.
Im übrigen sind erheblichere Störungen des Unterrichts durch Versäumnisse von Lehrkräften nicht eingetreten.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen befriedigend. Die Schulausflüge fanden Ende Mai und Anfang Juni statt.
Im Juni musste an vier Tagen der Hitze wegen der Unterricht für einige Stunden ausfallen.
Am 28. Januar besichtigte die Obersekunda unter Führung des Oberlehrers Tiemeyer das hiesige Elektrizitätswerk, am 18. März die Unterprima unter Leitung des Professors Dr. Müller das städtische Gaswerk.— Den freundlichen Förderern dieser Veranstaltungen sei auch an dieser Stelle bestens gedankt.
Das Rudern ist auch im Sommer 1908 unter Leitung des Turnlehrers Waschke von 20 Primanern mit Eifer und gutem Erfolge gepflegt worden. Ermöglicht wurde der Ruderbetrieb nur dadurch, dass der Ruderklub„Vorwärts“ in freundlichster Weise wieder seine Boote und Einrichtungen gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung stellte. Der ganz besondere Dank der Schule, der ihm dafür gebührt, möge hier seinen Ausdruck finden.— Da die Beanspruchung eines so weit gehenden Entgegenkommens auf die Dauer nicht angängig sein wird, so wäre zu wünschen, dass sich die Anschaffung eigener Boote und der Bau eines einfachen Bootshauses durchführen liesse. Hoffentlich wird es möglich sein, in Gemeinschaft mit dem hiesigen Königlichen Gymnasium im Laufe des nächsten Schuljahres diesem Plan näher zu kommen.
Am Sedantage hielt Oberlehrer Dr. Pilch, am Geburtstage des Kaisers Oberlehrer Tiemeyer die Festrede. Bei dieser Feier wurden zwei Exemplare des Buches„Deutsche Schiffahrt in Wort und Bild“ von Bohrdt als Geschenk S. M. des Kaisers den Ober- tertianern Fritz Zoepke und Ernst Mertens verliehen. Bei anderen Gelegenheiten er- hielten als Prämie: der Oberprimaner Walther Sakowski, der Untersekundaner Gustav Boersch, die Unterprimaner Konrad Hoene und Ewald Patschke je ein Exemplar von„Berner, Geschichte des preussischen Staates“, der Quintaer Kurt Boersch ein Bild des Kaisers, der Oberprimaner Wilhelm Möller die Schillerprämie aus der Elbinger Schillerstiftung, be- stehend in einer vierbändigen Schiller-Ausgabe.
Die Reifeprüfungen wurden unter Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrats Professor Gerschmann am 16. September und am 10. März abgehalten. Als Vertreter des Patronats nahmen an ersterer Herr Oberbürgermeister Geheimer Regierungsrat Elditt, an letzterer Herr Bürgermeister Sausse teil. Michaelis 1908 erhielten drei, Ostern 1909 zehn Ober- primaner das Zeugnis der Reife(S. S. 18).


