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freie Hornblende Andesite ¹). Die letzteren haben sicherlich ein jugendliches Alter. Auf Lesbos. Tenedos. Lemnos und Imbros stehen ebenfalls grolse Massen jungeruptiver Gesteine an ²).
Der petrographische Charakter und noch mehr die Lagerungsverhältnisse beweisen, dals die vulkanischen Massen der Längszone von der Kreidezeit bis in die jüngste geologische Vergangenheit hinein die Schichten durchsetzt haben. Ja die trachytische Natur der Auswürflinge des Vulkanes auf Santorin, welche die Wiener Geologen erhärtet haben, zeugen dafür, daſs die trachytische Ausbruchs- beriode noch nicht zum Stillstand gekommen ist ³).
Es sollen nun die Stellen angegeben werden, wo warme Quellen beobachtet worden sind. Die Westküste der Troas weist drei Fundstellen auf.(Bei Bunarbaschi, am Tlidja Su und bei Tuzla ⁴). Längs der Südküste der Troas sollen häufig warme Quellen vorkommen ⁵5). An der Küste der Bai von Tchandarlik treffen wir wiederum eine warme Quelle 6). An der Südküste des Golfes von Smyrna bis Tscheschme stölst man nach Tchihatcheff?) und Pauli⁸) fast bei jedem Schritte auf Phermen. An der Nordküste des Golfes von Scala Nuova bis Hipsili kommen ebenfalls zahlreiche warme Quellen vor. Von den Inseln besitzt Nysiros Thermen) auf seiner Nordküste; auf der Ostseite von Kos existiert eine solche ¹⁰); auf Chios fand Pauli Schwefelduellen in der Nähe der Hornblende-Andesite. Die hohe Temperatur des Meerwassers der Straſse von Chios hat vielleicht, wie Pauli vermutet, ihren Ursprung in warmen Quellen, welche am Meeresgrunde hervorbrechen. Lesbos, besonders seine Süd-, Ost- und Nordküste, ist reich an warmen Quellen ¹¹). Die warmen Bäder von Lemnos endlich, welche am Fuſse des Iliasberges hervor- sprudeln, sind bekannt 1¹²).
Folgende merkwürdige Xhnlichkeit herrscht in der Verteilung der jüngeren vulkanischen Massen- gesteine und der warmen Quellen. Wie die ersteren, so begleiten auch die letzteren die Westküste Klein- asiens. Wo auf dem Festlande die Trachyte ihre gröſste Ausbreitung haben, da liegen auch die reichsten Hundstellen der Thermen. Oft brechen diese sogar aus jenen selbst hervor, wie diejenigen der südwestlichen Troas 1³) und der Umgebung von Smyrna ¹⁴). Längs der Küste des Golfes von Mendelia, wo Eruptivgesteine nicht gefunden sind, ist auch eine Lücke in dem Auftreten der Thermen. Auf den Inseln kommen die warmen Quellen ebenfalls in der Nähe der vulkanischen Gesteine vor. Kos 1⁵) und Chios ¹6) pieten hierfür hinlängliche Beispiele. Alle diese Umstände deuten auf einen gewissen Zusammenhang der beiden Vor- kommen oder die Abhängigkeit beider von einem und demselben Dritten hin.
Nächst den Eruptivgesteinen und den warmen Quellen fordern die nachgewiesenen oder vermuteten Umwälzungen der Längszone, welche besonders in der jüngsten geologischen Ara stattgefunden haben, unsere Aufmerksamkeit heraus. Denn ihre Kenntnis erleichtert die Beurteilung der gegenwärtig statt- findenden Erscheinungen. Ist es doch nicht unwahrscheinlich, dals Vorgänge, welche lange Zeiträume hindurch bis in die jüngste geologische mpoche ¹⁷) gewährt haben, auch in der Gegenwart fortdauern.
Rhodus ist vom Kontinente erst in postpliocäner Zeit abgetrennt worden. Hierfür geben Neumayr ¹⁸) und Bukowski ¹⁹) eine Reihe überzeugender Beweise. Die Südküste von Kos ist durch einen Bruch gebildet worden, der, wie Neumayr 1¹8) nachweist, erst in diluvialer Zeit erfolgt sein kann. Die Nordküste des Golfes von Kos ist offenbar die Fortsetzung dieses Bruches. Das deuten der geradelinige
¹) Teller, Denkschr. d. Wiener Akad., math.-natw. Kl., XL, 1880, 343, 346.— ²) Scherzer, Smyrna 251. Calvert u. Neumayr, Denkschr. d. Wiener Akad. XL, 369. Griesebach, Mitt. d. geolog. Ges., Wien XII, 1869. Fouqué.— ³) Tchihatcheff IV, 1; 460.— ⁴) Tchihatcheff, As. Min. I, 333— 335.— ⁵³) Schliemann, Ilios 82.— ³) Tchihatcheff I, 338.—) Ebenda I, 338— 340.—*) Mitt. d. geogr. Ges. in Hamburg 1880— 1881, 103.— ³) Rols, Inselreisen II, 72; Gorceix, Compt. Rend. LXXVII, 600.— ¹⁰) Neumayr, Kos 225.— 1¹¹) Conze, Lesbos 15, 16, Ausland 1864, 643.— ¹²) Conze, Reise auf den Inseln u.§. w. 105.— ¹3) Tchihatcheff, As. Min. I, 335.— 1¹) Tehihatcheff I, 338.— ¹⁵) Neumayr, Kos 225.— ¹⁶) Pauli, Chios 103.— ¹⁰) Tchihatcheff IV, 1; 471 f. Neumayr, Kos 231 ff.— ¹³) Neumayr 231 f.— 1⁰) Vorl. Ber. über Rhodus. Wiener Akad. Ber. XCVI, 172.
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