Aufsatz 
Über Sophokles Aias / von Weismann
Entstehung
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spectaeulo priuare velit. Dagegen spricht aber ganz entschieden ci ⁵ν Tevnrat; wenigstens wenn man es im Sinne von quid ne fiat? oder besser quid vereris ne fiat? versteht. Aber auch wenn man es durch quidni fiat? erklärt, wird man nach dem vorausgegangenen 00 Gf dvεer ο dανμιeν det: schwerlich umhin können anzunechmen, dass Athene ihn hier auf die Grundlosigkeit seiner Furcht hinweisen wolle. Schon deshalb kann ich der von Apitz(in s. Ausg. des Aias) und Döderlein aufgestellten Ansicht, obwohl auch Schneidewin sie gebilligt hat, nicht beistimmen, wonach rr060 O0x dνν 60" N ein unvollständiger Satz sein soll, dessen Beendigung Odysseus durch seine Antwort zuvorkomme.»War denn Aias nicht vorhin(dein Feind)? Mein Feind, meinst du, ja, vorhin wie auch jetzt noch (Schneidewin). Die Erinnerung an seine Feindschaft mit Aias kann unmöglich dazu dienen den Odysseus von der Grundlosigkeit seiner Furcht zu überzeugen. Aber noch Anderes spricht gegen diese Auffassung der Stelle. Ich gebe zu, dass Odysseus durch die Dringlichkeit seines Wunsches das Zusammentreffen mit Aias zu vermeiden recht wohl dahin gebracht werden konnte der Göttin in die Rede zu fallen und an die Stelle des Schlusses ihrer Frage gleich die Antwort zu setzen. Aber um dies zu können musste er doch erst wissen, was Aihene fragen wollte. Konnte er aber, oder können wir, bevor wir das Folgende gelesen haben, es ahnen, dass sie zu den Worten 1060 9e odx dn,O 50* hinzuzufügen beabsichtigte: ey* ⁹ο σσοιιfmWeder in den Worten selbst noch im Vorausgehenden liegt irgend eine Spur, die darauf hinführen könnte. Dazu kommt, dass es unbegreiflich sein würde, weshalb Athene sagt 1060 96v(*ν0½ Gο und nicht einfach blos eGiv. Denn die spötlische Andeutung, es scheine sich das Verhältniss beider Fürsten geändert zu haben, kann nicht damit bezweckt sein, da Odysseus kurz zuvor noch(V. 18) den Aias als Gvi uνeςνεe bezeichnet hat. Aus allen diesen Gründen pllichte ich der Ansicht Lobeck's, Ellendt's und Wunder's bei, von denen der Letzte den Sinn der Stelle so aus- einanderlegt: num antea non fuit vir fortissimus? quem antea non formidasti, quamvis esset vir fortissimus, ne nuno quidem formidare te oonvenit. Odysseus hebt dann, ohne direct zu antworten, das feindselige Verhältniss hervor, welches zwischen ihm und Aias bestand, und erst dadurch wird Athene veranlasst ihre Verwunderung auszusprechen, dass er sich nicht an der Erniedrigung seines Feindes weiden wolle, Da sich Odysseus aber für die Süssigkeit einer solchen Rache nicht empfänglich zeigt, so sucht sie ihm durch Hinweis auf den wahnsinnigen Zustand des Aias seine Scheu zu benehmen. Der von dem Scholiasten aufgestellten und von den meisten früheren Erklärern, auch noch von G. Hermann, festge- haltenen Ansicht, wonach avng hier einen homo mortalis negue ultra mortale robur validus hezeichnen

soll, steht wieder das r960 ν y entgegen, wofür einfach blos éoı oder dr oxi zu erwarten

wäre, wenn man nicht annehmen will, dass Athene hier zu ihrem Liebling mit unerträglich bitterem Hohn rede. Denn der Sinn der Worte müsste doch dieser sein; Ich meine doch, er wäre früher ein Mensch gewesen; sollte sich daran etwas geändert haben?

11. zu S. 6 Z. 7. Vergleiche Baarts, religiös-sittl. Zustände der alten Welt, nach Herodot. Progr. d. Gymn. zu Marienwerder. 1842. S. 21. Beisert, de Herodoto Deorum cultore. Progr. d. Gymn. z. Lauban. 1846. S. 10. Schubart, in Zeitschr. f. Alterthumswiss. 1851, S. 314.

12. zu S. 6 Z. 10. Vergleiche Heuser, de numine divino apud Sophoclem. Diss. inaug. Marburgi 1844.

13. zu S. 6 Z. 24. Was Welecker S. 288 vermuthet, dass die V. 756 f. erwähnte Verkündigung