Aufsatz 
Zur Geschichte der Selektenschule
Entstehung
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In der ſicheren Erwartung, daß die Selectenſchule die ſeit Jahren angeſtrebte und in Folge der ſtaatlichen Veränderungen dringend nothwendig gewordene Reorganiſation mit dem neuen Schuljahr erhalten wird, haben wir es um ſo mehr für angezeigt gehalten, der Einladung zu den diesjährigen öffentlichen Prüfungen eine Skizze der Geſchichte unſerer Schule voranzuſchicken, als dies im Jahre 1866, in welches das fünfzigjährige Beſtehen derſelben fiel, einmal wegen der damaligen Kriegsunruhen und dann wegen der ungeordneten Verhältniſſe der Schule unterblieben iſt.

I. Abſchnitt. Das katholiſche Schulweſen zu Frank⸗ furt a. M. zu Anfang dieſes Jahrhunderts. 1800 1814.

Die katholiſche Gemeinde Frankfurts hatte bereits zu Anfang dieſes Jahrhunderts, um nicht weiter in die Vergangenheit zurück zu greifen, ihr eigenes wohlgeordnetes, in ſeinen Grundzügen dem jetzigen entſprechendes Schulweſen.*) Daſſelbe umfaßte nämlich

*) Bis zur Reformation beſaß die Stadt die drei Stiftsſchulen am Dome, der Liebfrauen⸗ und der St. Leonhardskirche. Von dieſen gingen die an der Liebfrauen⸗ und St. Leonhardskirche kurz nach der Reformation aus Mangel an Schülern ein, ſo daß nur noch die Domſchule übrig blieb. Als der Regenerator des Frankfurter katholiſchen Schulweſens iſt der Kurfürſt und Erzbiſchof von Mainz Fr. C. v. Erthal zu betrach⸗ ten, der in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zunächſt die Domſchule in der Weiſe erweiterte, daß mit der Trivialſchule auch eine ſogenannte Realklaſſe verbunden wurde, und überdies 1790 ein beſon⸗ deres Gymnaſium unter dem Namen desFridericianum für die hie⸗ ſigen Katholiken gründete. 1*