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dieſer Hinſicht der ganzen Welt bedürftige Herz, gerade ſo wie das leibliche Herz, mit welchem es oft verglichen wurde, des ganzen Körpers bedarf. Umſonſt ſuchen wir nach einem Lande, in welchem die allgemeinen Wiſſenſchaften ſo gepflegt und ausgebildet, die Kennt⸗ niſſe ſo ausgebreitet, die Beſtrebungen in Sachen der Kunſt ſo wenig einſeitig ſind, als in Deutſchland; umſonſt nach einem Lande und Volke von einer gleich großen Allſeitigkeit, vermöge der es, der Kern des Kontinents, am meiſten befähigt iſt, ebenſowohl von jeder Seite her, was die Fremde entwickelt, aufzunehmen, als auch das Eigen⸗ thümliche und das zum Eigenthume ungeſchaffene Fremde dem Auslande wieder mitzutheilen.“ ²) Auch eine allgemeine Charakteriſtik Deutſchlands, hervorhebend das geſunde Klima, die Abwechslung von Berg und Ebene, von Acker⸗, Weide⸗ und Waldland, den Reichthum der mannigfaltigſten Produkte, die Menge der ſchiffbaren Ströme, die Zugänglichkeit zum Meere nach zwei Seiten hin, die große Zahl ſchöner und blühender Städte, aber auch auf der andern Seite die nach Oſten und Weſten, wo es zwei große, kriegeriſche Völker zu Nachbarn hat, offen liegenden Grenzen, ſollte nicht fehlen, damit der Knabe und Jüngling den Werth ſeines Heimathlandes ſchätzen und lieben lerne vor allen andern Ländern, aber auch wiſſe, daß er einſt zum Schutze und zur Vertheidigung deſſelben bereit ſein müſſe. Als praktiſches Mittel ſodann, die in der Schule gewonnenen Eindrücke zu beſeſtigen, ſind vor Allem Reiſen zu empfehlen, auf denen die geſchichtlich merkwürdigen Punkte, unter andern die noch das Ge⸗ präge der großen deutſchen Vergangenheit tragenden Städte, wie Nürnberg, Hildesheim, Cöln, Mainz u. a. beſondere Beachtung verdienen.
Von den techniſchen Fächern endlich empfiehlt ſich für die Bil⸗ dung des Nationalgefühls vorzugsweiſe der Geſang. Gute deutſche
²) S. Kutzen„das deutſche Land“ S. 51.


