Das»Gedicht« ist hier als Ausdruck von allgemeinster Bedeu- tung, d. h. als poetisches Ganzes zu nehmen, und bildet als sol- ches die letzte Stufe der poetischen Formen. Es ist somit das wo— rauf alle die vorhergehenden Stufen hingearbeitet haben, wofür sie nur die Vorbedingung und Vorbereitung waren. Der»Rhythmus der Worte« hat somit seine Bahn durchlaufen und Aufschluss über die „»poetischen Formen« im engeren Sinne gegeben. Es wäre nun weiter zu untersuchen in wiefern der Rhythmus in dem hier gebrauchten Sinn auch ein Leiter durch die»poetischen Gattungen« sein kann, in welchem Fall er allein Anspruch machen kann, die Grundlage für eine wissenschaftliche Poetik abzugeben. Doch dies auch nur in einer ebenso gedrängten Uebersicht wie in der hier für die poetischen Formen, gegebenen zu versuchen, würde uns über das uns hier er- laubte Mass hinausführen, und wir müssen daher mit dieser Andeu- tung eines zweiten Theiles diese Grundzige eines ersten beschliessen.
Veit Valentin.


