Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 2. Teil / von August Weckerling
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

ſtände im Laufe des ganzen Sommers vom Ende April bis Ende September faſt täglich gefunden wurden.

Wir haben nun noch der bei der Ausgrabung gefundenen römiſchen Skulpturen und Inſchriften zu gedenken, eine genauere Beſchreibung derſelben behalten wir uns für den III. Abſchnitt vor.

Lange Zeit ſchien es, als werde die Ausgrabung in dieſer Beziehung nur ein ſehr geringes Reſultat haben. Gleich im Anfang, der Ausgrabung fand ſich die obere Hälfte eines größeren Grab⸗ ſteines, eines ſog. Reiterſteines aus grauweißem Kalkſtein. Der Stein ſcheint zu neuer Verwendung an Ort und Stelle vor⸗ bereitet worden zu ſein, denn es iſt nicht nur der untere Teil und die ganze linke Seite desſelben in einer Breite von etwa 20 cm. abgeſchlagen, ſondern auch oben ein großes ſogenanntes Wolfsloch eingehauen. Die untere Hälfte des Steines und die abgeſchlagenen Stücke der linken Seite ſind verſchwunden, unſer Stück ſelbſt iſt offenbar nur durch irgend einen Zufall liegen geblieben.(Näheres ſiehe im III. Abſchnitte.) Der Stein zeigte, daß jedenfalls einſt zahlreiche Grabſteine auf dem großen Friedhofe vorhanden ge⸗ weſen, daß dieſelben aber ſpäter anderweit wieder verwendet worden ſind, daß deswegen bedeutendere Grabſteinfunde kaum zu erwarten ſeien. Dem ſchien denn auch das thatſächliche Reſultat der Ausgrabung zu entſprechen. Von Grabſteinen fand ſich zunächſt gar nichts mehr, dagegen fand man etwa in der Mitte des aufgegrabenen Feldes eine 85 cm hohe Halbſäule aus rotem Sandſtein, oben mit einem weiblichen Kopfe. Die hintere Seite der Säule und auch des Kopfes oben zeigt den rohen, unbearbeiteten Stein. Offenbar war alſo das Säulchen mit ſeiner hinteren Seite in eine Wand eingefügt und diente als Pilaſter oder als Stück einer Baluſtrade zur Verzierung dieſer Wand. Das Säulchen ſpricht alſo deutlich dafür, daß nicht bloß Grabſteine, ſondern auch größere Grabdenkmäler einſt auf dem Friedhofe vor⸗ handen geweſen, aber ebenſo wie die Grabſteine zerſchlagen und anderweit verwendet worden ſind, ſo daß nur ein zufällig übrig⸗ gebliebener Reſt ihr einſtiges Vorhandenſein verkündete. Da fügte es ein glücklicher Zufall, daß ſchon ganz am Ende des aus⸗ zugrabenden Gebietes in dem Winkel, den die neuen Dämme mit der Frankenthaler Straße bilden, bei G. auf Tafel I eine Reihe