9 quariſche Intereſſe für römiſche Funde auch in unſerer Stadt und bewirkte, daß wenigſtens die wichtigeren Funde, die mit Inſchriften verſehenen, ſowie die figürliche Darſtellungen zeigenden, nicht ſofort wieder als Steine benutzt und verarbeitet, ſondern auf⸗ bewahrt und beſchrieben wurden. Seit dem 16. Jahrhundert ſind deshalb, das kann man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, in unſerer Stadt außer den im erſten Teile erwähnten früheren Funden keine größeren, wichtigeren Funde gemacht worden. Zu den im erſten Teile zuſammengeſtellten Nachrichten und hand⸗ ſchriftlichen Aufzeichnungen, aus denen deutlich hervorgeht, daß man im 16. und 17. Jahrhundert auch in unſerer Stadt auf römiſche Funde wohl geachtet und ſie in den zahlreichen Auf⸗ zeichnungen der wichtigſten Vorkommniſſe angemerkt hat, können wir diesmal einen Brief hinzufügen, von dem der Verfaſſer eine Abſchrift der Freundlichkeit des Herrn Profeſſor Crecelius in Elberfeld verdankt. Wir führen dieſen Brief um ſo lieber hier an, weil er auch durch die in ihm erwähnten Perſonen für Worms und beſonders für die Geſchichte der hieſigen höheren Schulen von Intereſſe iſt. Der Brief iſt nämlich vom Magiſter Konrad Schopp geſchrieben, dem Rector der von dem reformierten Kur⸗ fürſten Friedrich III. von der Pfalz im Jahre 1565 in dem kaum eine Viertelſtunde von Worms entfernten Neuhauſen in den Räumen des eingezogenen alten Cyriakuskloſters errichteten Latein⸗ ſchule mit Alumnat, die ſich eine Zeit lang großer Blüte erfreute. An Schopp hatte ſich im Jahre 1603 der berühmte Vorſteher der damals noch nicht ihrer größten Schätze beraubten Heidelberger Univerſitätsbibliothek Janus Gruter mit der Bitte gewandt, ihm eine Abſchrift der in Worms vorhandenen römiſchen Inſchriften zu beſorgen. Gruter bereitete nämlich damals ſeine große Inſchriften⸗ ſammlung vor, die erſt im Jahre 1616 unter dem Titel: Inscrip- tionum Romanarum corpus absolutissimum erſchien. Schopp hat nun jener Bitte entſprochen und ſeine Abſchriften Gruter zugleich mit dem erwähnten Briefe als Begleitſchreiben überſandt. In demſelben teilt er zugleich mit, er habe ſich bei dem Rector des Wormſer Gymnaſiums Zorn, einem ſehr gründlichen Forſcher auf dem Gebiete der Wormſer Geſchichte, erkundigt und von ihm die Verſicherung erhalten, daß außer den überſandten Inſchriften
Aufsatz
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 2. Teil / von August Weckerling
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