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Es wird alſo ausdrücklich in dieſer Inſchrift die civitas Vangionum- und ein decurio derſelben genannt, ſo daß dieſe Inſchrift für unſere Stadt von beſonderer Bedeutung iſt.(Näheres über dieſelbe ſiehe unten im III. Teil d, 13). Mehrere Jahrhunderte war nun unſere Stadt der Hauptſitz der Vangionen. Die benachbarte größere Stadt Mogontiacum, das heutige Mainz, war die Hauptſtadt von Germania superior und Sitz der römiſchen Verwaltung, aber nicht die Haupt⸗ ſtadt der Vangionen. Uebrigens gehörte Worms wie Obergermanien überhaupt zum Bezirk des römiſchen Statthalters von Gallia belgica. Der alte keltiſche Name unſerer Stadt Borbetomagus erhielt ſich unter der römiſchen Verwaltung zwar fort, doch trat, da für die Römer die Beziehung zu dem zur Gemeinde verbundenen Stamm die Haupt⸗ ſache war, bei dieſen meiſt ſtatt des alten Namens die Bezeichnung eivitas Vangionum oder auch kurz Vangiones ein.
Wann die Vangionen in Abhängigkeit von den Römern geraten ſind, ob ſie ſchon alsbald, nachdem ſie in unſerer Gegend ſich nieder⸗ gelaſſen, von Cäſar, oder erſt ſpäter unter Auguſtus unterworfen worden ſind, iſt nicht ganz ſicher. Lucan führt in ſeinem Gedicht über den Kampf des Cäſar und Pompeius Pharsal. I 430 die Vangionen unter den Cohorten an, die Cäſar als Hilfsvölker aus Gallien zum Kampf gegen Pompeius nach Italien führte. Sie müßten ſich alſo, wenn ſie nicht durch Cäſar und ſeine Feldherrn unterworfen worden wären, freiwillig nach der Niederlage des Arioviſt zum römiſchen Dienſte geſtellt haben. Die Stelle Lucans lautet:
Et qui te laxis imitantur, Sarmata, braccis/ Vangiones.
„Und Vangionen, die dich, Sarmate, durch weite Hoſen nachahmen.“ Die germaniſchen Vangionen unterſchieden ſich alſo damals durch ihre weiten Hoſen von den Galliern, die eng anliegende trugen, weshalb ſie Lucan mit den Sarmaten in Südrußland vergleicht.
In der folgenden Zeit werden die Vangionen nach öfters von römiſchen Schriftſtellern erwähnt. Als Tacitus ſeine Germania ſchrieb, alſo etwa 150 Jahre nach der Einwanderung der Vangionen in ihre linksrheiniſchen Wohnſitze, hatten ſie nach dem Urteil dieſes Schrift⸗ ſtellers ihren germaniſchen Urſprung noch treu bewahrt(cf. Germ. c. 28 ipsam Rheni ripam haud dubie Germanorum populi colunt, Vangiones, Triboci, Nemetes). Die Vangionen dienten, wie es ſcheint, regelmäßig als Hilfsvölker in den römiſchen Heeren. Für⸗


