Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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damals wohl allgemein ſchon wie i geſprochen wurde. Das Itinerarium Antonini aber gibt die Form Borbetomagus, die Peutingerſche Tafel wohl mit Verſchreibung Borgetomagus. Auf die Entſtehung dieſes Namens wollen wir hier nicht weiter eingehen; der zweite Beſtandteil desſelben iſt bekannt und kommt in einer Reihe von keltiſchen Ortsnamen vor (Durnomagus, Marcomagus, Noviomagus, Rigomagus), wo er offenbar ſoviel wie Stadt oder Wohnſtätte bedeutet, die Bedeutung des erſten Teiles Borbeto dagegen hat bis jetzt noch nicht mit einiger Sicherheit ermittelt werden können, obwohl gerade aus dieſem der mittelalterliche Name unſerer Stadt Wormez hervorgegangen iſt. (Derſelbe tritt zum erſten Male auf in der Notitia imperü betitelten Schrift aus dem Ende des vierten Jahrhunderts und zwar in der Form Warmatia.) Soviel iſt nur ſicher, daß das Wort Borbeto ebenſo wie magus nicht der deutſchen, ſondern der keltiſchen Sprache angehört, alſo bereits vorhanden war, als der deutſche Stamm der Vangionen ſich in unſerer Gegend anſiedelte. Dieſes geſchah zu der Zeit des Arioviſt und Cäſar, als die germaniſchen Stämme der Tribocer, Nemeter und Vangionen das ganze linke Rheinufer von oberhalb Straßburg bis unterhalb Bingen beſetzten. Die Vangionen beſetzten den nördlichſten Teil des bezeichneten Gebietes, etwa das ganze heutige Rheinheſſen; hier wohnten ſie, als die Römer von Cäſars Zeit an in unſere Gegend kamen. Die Stadt Borbetomagus war der Vorort des ganzen Stammes der Vangionen, der ebenſo wie die beiden anderen vorhin genannten Stämme nach galliſcher Art zu einer civitas, das heißt zu einem Gemeindeverband conſtituiert war. Die Vor⸗ ſteher dieſes Verbandes hatten eben in Borbetomagus ihren Sitz. Das Beſtehen einer ſolchen civitas hat inſchriftlich erſt neuerdings Profeſſor Zangemeiſter nachgewieſen im 76. Band der Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande. S. 226. In den epigraphiſchen Handſchriften des Accursius aus dem 16. Jahr⸗ hundert in der Bibliotheca Ambrosiana zu Maniland finden ſich nämlich 2 Kopien einer römiſchen Steininſchrift aus Worms, die nach der Ergänzung Zangemeiſters lautete: Victoriae L. Romanius Respectus decurio civitatis Vangionum libens ex voto in suo posuit, d. h.:Der Siegesgöttin hat L. Romanius Reſpectus, Decurio des Gemeindeverbandes der Vangionen(dieſen Stein) bereitwilligſt infolge eines Gelübdes auf ſeinem Grundſtück geweiht.