Dreimal flog ich um im Kreise, in der Faust des Schwertes Blitz,
Noch im Lauf, nach Gallierweise sprang ich ab vor Cäsars Sitz’)...
Schwarzer Ellid, zu den Toten send ich dich als meinen Boten!
Wie er mir ins Antlitz schnaubte, stieß ich, Blick versenkt in Blick,
Hinter seinem mächt’gen Haupte stracks das Schwert ihm durchs Genick,?)...
Daß mir eines Rosses Ehre mangle nicht im Geisterheere.
Ellid sprengt seit langen Jahren mitten in der bleichen Jagd, Wann daheim die Toten fahren durch die Wälder, bis estagt..... Seh’n sie meinen led’gen Renner, wundern sich die stillen
Männer..... Lange Jahre lag gebunden ich in feuchter Kerkergruit— Kettenschwere, dumpfe Stunden— Endlich wieder Tag und Luft—
Ellid, schwarzer Ellid, spute dich, du witterst, wo ich blute!'
Heute endlich! Endlich heute! Wann der Kahle®) schwelgt am Mahl,
Würgt er seine Siegesbeute. Mit dem letzten, müden Strahl,
Wann die Sonne niedergleitet, wird mir Block und Beil bereitet.
Henker nimm das Beil zu Händen! Nicht das Beil?.... So nimm den Strang!
Droßle mich! Nur enden, enden! Letzte Schmach! Sie währt nicht lang.....
Ellids kurzes Hufgestampfe dröhnt in meinem Todeskampfe!
Sterbend pack ich Ellids Haare, ein Befreiter spring ich auf,
Fahre, schwarzer Ellid, fahre! Nach der Heimat nimm den Lauf!
Wogentosen! Rhodans!) Stimme! In den Strom, mein Tier und schwimme!
Cäsars Schimmel blähn die Nüstern:„Ave Triumphator“ schallt!
Des Gebund’nen Lippen flüstern:„In der Heimat bin ich bald!
Ellid mit gestrecktem Jagen wird mich nach der Heimat tragen!“ 1) Nach der Schilderung des Plutarch Kaio«o 27, in fine.
2) Vergl. Cäsar bell. Gall. VI, 19, 4: Funera sunt pro cultu Gallorum magnifica et sumptuosa; omniaque, quae vivis cordi fuisse arbitrantur, inigneminferunt, etiam animalia.
3) Der Kahle, Schmähwort für Cäsar,
4) Flußgott der Rhone,
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