Aufsatz 
Übergabe und Ausgang des Vercingetorix
Entstehung
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Auch Camille Jullian!) hat diese Auffassung vertreteil, wenn er sagt:?) als er so ankam, strahlend im Waffen- geschmeide von Gold und Silber mußte er größer erscheinen als ein menschliches Wesen, erhaben wie ein Heros: il dut paraitre plus grand quun ötre humain, auguste comme un höros: tel que se montra Döeius, lorque, se dövouant aux dieux pour sauver ses Iögions, il s6tait pröeipitö ä cheval au travers des rangs ennemis. Er vergleicht also Vereingetorix mit Decius Mus, der sich bei Sentinum dem Tode weihte, um seinen Mitbürgern, die schon zu wanken drohten, den Sieg dadurch zu erringen. Und Camille Jullian fährt dann fort: O6tait bien, en effet, un acte de d6votion religieuse, de d&voüment sacröe, quaccomplissait Vereing£torix. Il soffrit A Cösar et aux dieux suivant le rite mystörieux des expiations volontaires. Seine Übergabe war ein Akt religiöser Andacht, heiliger Ergebenheit in den Willen der Götter, indem er sich dem Cäsar nach dem ge- heimnisvollen Ritus der freiwilligen Sühnopfer überlieferte.

Die Sitte der freiwilligen, religiösen Opfer war ja vielen anderen Völkern, wie den Indern und besonders, wie schon erwähnt, den Römern nicht fremd. Die Sitte der religiösen Selbstopferung bei-den Römern in älteren Zeiten ist uns an vielen Stellen von Schriftstellern überliefert; so beschreibt Livius X, 28, 13 sq. und Florus I, 12 die Todesweihe des P. Decius Mus im der Schlacht bei Sentinum; Valerius Maximus V, 6, 2 die Selbstopferung des M. Curtius, der sich in voller Waffenrüstung in jenen Abgrund stürzte, welcher sich plötzlich in der Mitte des Forums gebildet hatte, um dadurch die unterirdischen Gottheiten zu versöhnen. Valerius Maximus schließt seine Schilderung mit dem Satze: nullum tamen hodieque pietate Üurtii'erga patriam clarius

1) VergleicheLiterarische Notizen, 2) pag. 157 sq.