Aufsatz 
Übergabe und Ausgang des Vercingetorix
Entstehung
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Zu Cäsar, bell. Gall. VII, 89, 1, 5.

Postero die Vereingetorix concilio convocato id bellum se suscepisse non suarum necessitatum, sed communis liber- tatis causa demönsträt, et, quoniam sit fortunae cedendum, ad utramque rem se illis offerre, seu morte sua Romanis satisfacere seu vivum tradere velint... Vereingetorix deditun, sn.

So sagt Cäsar ganz kurz in seinen Kommentarien, ohne nur ein Wort der Erklärung hinzuzufügen; ist ja doch seine Schreibart sehr knapp und einfach, Cicero nennt daher die Kommentarien im Brutus$ 71 nudi et recti, einfach und schmucklos. Außerdem hat Cäsar ja wohl auch sonst manches verschwiegen entweder in eigenem Interesse oder weil es ihm belanglos erschien. So wird er wohl die Übergabe des Ver- eingetorix so kurz mit zwei Worten abgetan haben,!) weil er einen Mann, der ihn doch einmal besiegt hatte und der ihm, dem bisher unbesiegten Feldherrn, so unendlicheSchwierigkeiten bereitet hatte zu einer Zeit, als er wohl glaubte, die Unter- werfung Galliens schon beendet zu haben, nicht auch noch ‚in seinen. Kommentarien gleichsam mit einer Gloriole der Vaterlandsliebe und des Opfermutes umgeben wollte; denn seine Kommentarien sind doch wohl auch größtenteils deshalb geschrieben, um seinen politischen Gegnern, die mit Eifersucht seine Erfolge und sein Vor- gehen in Gallien gleichsam unter die kritische Sonde nahmen, ein Paroli zu bieten.(Vergl. Cäsar bell. Gallicum I, 44, 12 und Catos Antrag im Senat nach der Vernichtung der Usipeter und Tenkterer) Um so mehr hat sich die Mit-

1) Vergleiche hiezu Tacitus Ann. Il, 88 über Arminius: caniturque adhuc barbaras apud gentes, Graecorum annalibus ignotus, qui sua tantum mirantur, Romanis haud perinde celebris, dum vetera extollimus, recentium incuriosi.