der der Geh. Regierungsrat Firnhaber beiwohnte, als Grund des Rück— ganges der Schülerzahl angegeben. Ein weiterer Grund läge in der Perſon des Reallehrers Reichwein, der das Vertrauen der Bürgerſchaft verloren habe; jeine Lehrfähigkeit und Lehrtätigkeit müſſe jedoch ſonſt gerühmt werden. Allerdings müſſen jeine Lehrerfolge glänzende genannt werden, denn Dirigent Huber berichtet im Frühjahr 1865, daß nach 2 ½jährigem Unter⸗ icht die Schüler imſtande jeien,„z. B. faſt ohne Anſtand den Celemque zu eſen“.
Der Nachfolger Reichweins, Dr. Schaab, fand nicht ſo große Zu— friedenheit mit jeinen Leiſtungen. Der Dirigent glaubte den Grund hiervon in der zu grammatiſierenden Methode zu finden,„die für altklafſiſche Spra- chen vielleicht ganz gut jein mag, die mir aber in den neueren Sprachen und in unſeren Schulen nicht gut anwendbar erſcheint. Die hieſigen Schüler kamen dabei nicht zu einem geläufigen Leſen und Überſetzen“.
Später, als Dr. Kleg die Erweiterung zum Realprogumnaſium er— ſtrebte, war natürlich der Lehrgang dieſer Schulgattung in Geltung und 1885 wurde verfügt, daß der Lehrplan der Realſchule mit dem des Realproggm— naſiums zu Homburg übereinſtimmen ſolle. Vom Sommerſemeſter 1880 an wurden 2 Stunden Griechiſch eingeführt. 1001 wurde auf Antrag des Rok- tors Koulen genehmigt, daß in Sexta fakultativer Lateinunterricht ein— geführt werde; die Lateinſtunden ſollten an die Stelle der franzöſiſchen treten; es ſollte ſo den Schülern der Ubergang auf das Homburger Gyumnaſium er— möglicht werden. In der Cat wurde die Zahl der Anmeldungen größer. Man ſieht, es jollte eben an der Realſchule allen Bedürfniſſen und Wünſchen Rechnung getragen werden. Sie war ein Torſo, eine Anſtalt, die ihren eigenen Charakter verloren hatte, die ſowohl die Bedürfniſſe des beſſeren Bürgerſtandes erfüllen, aber auch für andere Anſtalten jeder Art vorbereiten jollte. Darin lag die Schwäche. So war es oft recht ſchwer, einen geordneten Lehrgang einzuhalten, und es mußte bei der beſchränkten Zahl der Lehrer vielfach zu Kombinationen gegriffen werden. Um ſo mehr bleibt anzuer— kennen, daß oft Tüchtiges geleiſtet wurde. Zwar waren Schüler, die auf andere Anſtalten übergingen, oft gezwungen, in eine niedere Klaſſe einzu— treten, aber um ſo mehr muß anerkannt werden, daß gar nicht jelten die Oberurſeler Realſchüler ohne Schwierigkeit in der nächſten Klaſſe mitkamen, ſich jogar in einzelnen Fällen auszeichneten. Dies hatten ſie der unermüd— lichen Arbeit ihrer Lehrer zu verdanken, die in den beſchränkten, überaus ſchwierigen Verhältniſſen keiner leichten Aufgabe gegenübergeſtellt waren.
Mit dem Oktober 1010; wurde natürlich dann der vorgeſchriebene Lehrplan der preußiſchen Realſchulen eingeführt.
Punkt wird auch in einer Sitzung des Realſchulbeirates, im Frühjahr 1865,
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