weil das Schullokal die nötigen baulichen Einrichtungen noch nicht erhalten hatte. So wurde als Eröffnungstag der 3. November feſtgeſetzt.
Aber die Fertigſtellung jcheint ſo einfach nicht geweſen zu ſein, denn Ende Oktober mahnte der Schulinſpektor Hörterz. C. in den ſchärfſten Ausdrücken, die Herſtellung und Reinigung vornehmen zu laſſen. Doch es war die Zeit der Kirchweih; trotzdem wurde die Schule fertig und am 3. November eröffnet. Die Zahl der Schüler betrug im Winterſemeſter 55 in zwei Klaſſen.
Das zuerſt gemietete Schulhaus wurde ſchon Anfang November für 300o fl. angekauft und noch etwa 500 fl. verbaut. Es wurde aber gleich die Anſicht ausgeſprochen, daß bald ein Neubau aufgeführt werden müſſe.
Nun mußte eine Bibliothek und Lehrmittel beſchafft werden. Zu dieſem Zweck bewilligte der Staat 200 fl. und der Gemeinderat die gleiche Summe; alle Anſchaffungen unterlagen aber der Genehmigung der Regierung.
Im Sommerſemeſter 1863 wuchs die Zahl der Schüler auf 70; zu⸗ nächſt beſtanden zwei Klaſſen, die zweite hatte zwei Abteilungen. Für dieſe Klaſſe mußte ein größerer Raum beſchafft werden, der im Saal des Joh. Fr. Ochs gefunden wurde und bis zur Erweiterung des Schulgebäudes zur Verfügung ſtand. Nachdem dann am 15. Juni der Elementarlehrer Jakob Jung angeſtellt worden war, wurden die Schüler in drei getrennten Klaſſen unterrichtet und zogen wieder in das Schulhaus. Als im Oktober des Jahres 1864 der Schulinſpektor Pfarrer Hörter verſetzt wurde, wurde dem Reoallehrer Huber die Direktion der Vealſchule bis auf weiteres übertragen, jodaß ſie nunmehr unmittelbar unter der Regierung ſtand.
Bald nahm die Frequenz ab und mit ihr auch die Bewilligungs— freudigkeit des Gemeinderates. Wie klein die Verhältniſſe in jener Feit in unſerer Stadt waren, zeigt eine Epiſode aus dem Jahre 1865: die Ge⸗ währung einer Entſchädigung für Bureau-Aufwand des Dirigenten; Re— gierung und Amt befürworten die Bewilligung der verlangten 12 fl. Der Gemeinderat aber hat„mit Rückſicht auf die wenigen Arbeiten und die geringe Beteiligung an der Schule beſchloſſen, dasjelbe abzulehnen. Die Koſten jind dermalen jehr hoch, und die Herren Reallehrer ſo geſtellt, daß jede Klage nicht gerechtfertigt iſt“. Der Amtmann machte einen Bericht darüber, ebenſo der Geh. Vegierungsrat Dr. Firnhaber; die Ent⸗ ſcheidung wurde dem Amtsbezirksrate überwieſen, der zu Gunſten Hubers entſchied.
Die geringe Schülerzahl iſt auch in den nächſten Jahren ein ſteter Grund zu Klagen und zur Bitte um größeren Staatszuſchuß. Schließlich bat der Gemeinderat im Jahre 1868 bei Vorlage des Etats um Verände—
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