Aufsatz 
Roger Ascham / Aug. Wallenfels
Entstehung
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auseinandergesetzten Grundsätzen um Weihnachten das Lateinische. Er las mit ihm Cicero's De Amicitia und liess ihn zweimal täglich aus dem Lateinischen in's Englische und umgekehrt übersetzen. Um sich zu vergewissern, welche Fortschritte sein Schüler gemacht habe, wählte er um Laurentius die am Ende des ersten BuchesDe Finibus befindliche Rede des Torquatus über die Freundschaft, weil diese Stelle nach Inhalt, Worten und Satzbau dem früher Gelernten ähnlich war, übersetzte sie selbst in's Englische und gab sie ihm in's Lateinische zu übertragen. Und sieh! Ascham's Erwartungen wurden nicht getäuscht; sein Schüler machte die Uebersetzung socorrect, so ohne jeden schweren Fehler, selbst in den schwierigeren Punkten der Grammatik, dass Viele nach siebenjährigem Studium in den gewöhnlichen Lateinschulen und Manche, die sich schon auf der Universität befinden, es nicht halb so gut gemacht haben würden.

Dass die Methode Ascham's eine vorzüglich erfolgreiche gewesen sein muss, setzen die zwei von ihm selbst angeführten Beispiele, zumal dasjenige der anerkannt durchaus klassisch gebildeten Elisabeth ausser allen Zweifel. Indessen spricht er in beiden Fällen von Erwachsenen, welche eine mehr oder weniger gute Vorbildung besassen. Nirgends finden wir ein Beispiel der erfolgreichen Anwendung seiner Methode bei einem Kinde, trotzdem er überall sich aufchildren bezieht. Man muss also den von Ascham nur angedeuteten Anfangsunterricht, worauf seine Methode fusst, ergänzen. Ascham sagt, die Kinder sollen die acht Theile der Rede bereits inne haben; er meint damit offenbar die Formenlehre und es fragt sich, ob man bei der Einübung derselben der Exercitien entrathen kann, da es wohl sehr schwer fallen dürfte, die zur gründlichen Einübung der Formen nöthigen Beispiele, dem Kindergeiste angepasst, den klassischen Schrift- stellern zu entnehmen. Aber hierin hat er entschieden Recht, dass der Lehrer so bald als möglich die nur zum Zwecke der Formenübung gemachten Sätze auf das möglichst geringe Mass beschränke. In die Originale so bald als möglich einzuführen und dieselben seinen Schülern zum Verständniss zu bringen, soll sein Bestreben sein, denn Geist und Wesen der zu erlernenden Sprache können nur hieraus geschöpft werden.

Im zweiten Theile seines Schoolmasters fährt Ascham folgendermassen fort:

Nachdem der Schüler so weit gefördert ist, dass er gewandt übersetzt und die Rede- figuren nach reiflicher und geschickter Wahl anwendet, so schlage man folgenden Weg mit ihm ein. Man lese und erkläre ihm täglich(read unto him) irgend eine Schrift Cicero's, z. B. das dritte Buch der Episteln, wie sie von Sturm ausgewählt sind,de amicitia oderde senectute, oder jene vorzügliche Epistel an Q. Fratrem, welche beinahe das ganze erste Buch ausmacht, dann ein Lustspiel von Plautus oder Terenz. Aber bei Plautus muss von dem Lehrer eine geschickte Auswahl getroffen werden, um den Schüler anzuleiten, ganz veraltete oder ungeeignete Wörter zu vermeiden. Caesar's Commentarien müssen mit allem Eifer gelesen werden, denn hierin ist am besten die unverfälschte Eigenthümlichkeit der lateinischen Sprache zu sehen und zwar auf dem Gipfel ihrer Vollendung, oder einige der ausführlichsten und klarsten Reden des T. Livius.

In solchen Büchern soll der Schüler in jeder Lection ein tüchtiges Stück lesen und nicht mehr täglich übersetzen, auch nur da construiren und analysiren, wo es von Nöthen scheint; es genügt jetzt, wenn alle zwei oder drei Tage der Lehrer eine Epistel ad Atticum, bekannte Stellen aus Cicero's Reden, oder andere Schriften, die aber dem Schüler im Originale nicht leicht