Aufsatz 
Analyse des Platonischen Protagoras / Waldeck
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Hauſe des Kallias angegeben wird, den Protagoras in Beziehung auf den Gegenſtand ſeines Unterrichts kennen zu lernen, was auf die Polemik gegen ihn als Grund der Unterhalung hin⸗ zuweiſen ſcheint. Wenn wir indeß dem inneren Zuſammenhange genauer nachgehen, ſo müſſen wir uns doch zu der anderen Anſicht bekennen. Es iſt eine Eigenthümlichkeit mancher platoniſchen Dialoge, daß er von der Darſtellung der Meinung des Gegners ausgehend gleichſam aus dieſer heraus und im Gegenſatz zu ihr ſeine Gedanken entwickelt eine Fortſetzung der 1αεανινιικ des Sokrates und dies tritt ganz beſonders imProtagoras hervor. Daher kommen ſeine eigene Ideen erſt allmählig im Verlauf des Geſprächs zum Vorſchein, und der Grundgedanke zeigt ſich wie bei einem Drama erſt am Schluß. Danach aber können wir dieſen nur finden in der Begrüudung ſeines eigenen philoſophiſchen Tugendbegriffs. Gleich im Anfang des Haupt⸗ geſprächs wirft er die Frage nach der Lehrbarkeit der Tugend auf, und daran knüpft ſich alsbald die nach der Einheit derſelben; und dieſer Gedanke ſchwebt ihm offenbar trotz aller Abſchwei⸗ fungen, ſogar bei der Erklärung des Simonideiſchen Gedichtes vor Augen. Daß dabei die An⸗ ſchauungen des Gegners ausführlich zur Darſtellung kommen, iſt ſchon theilweiſe eine Folge der Methode, dann aber iſt allerdings nicht zu verkennen, daß, wie ſchon früher dargethan, die Bekämpfung der Sophiſtik nach allen ihren Richtungen eine Hauptrolle in dem Dialoge ſpielt.