Aufsatz 
Die ersten 25 Jahre des Kaiser Wilhelms Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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Die Einkommens- und Penſionsverhältniſſe der Lehrer wurden allmählich nach Maßgabe der an den königlichen Anſtalten geltenden Be⸗ ſtimmungen geregelt. Der Normaletat von 1872 wurde bereits am 1. Januar 1873 eingeführt, Wohnungsgeldzuſchuß aber erſt ſeit 1. April 1883 gezahlt. Im Jahre 1893 fand eine Neuregelung der Gehälter nach dem neuen Normaletat von 1892 ſtatt und zwar mit Dienſtalterszulagen, wie an den königlichen höheren Schulen, und mit Bewilligung von 4 feſten Zulagen von je 900 Mk. Es iſt bereits vom Miniſterium in Ausſicht geſtellt, die Beſtimmungen des am 16. Juni 1897 vollzogenen Nachtrags zum Normaletat durch Erhöhung des Staatszuſchuſſes vom 1. April 1898 ab zur Durchführung zu bringen.

Schüler.

Seit Eröffnung des Progymnaſiums ſind im ganzen 1822 Schüler, und zwar in den erſten 25 Jahren des Gymnaſiums 1554 aufgenommen worden. Mit Ausnahme der Sexta und Quinta waren die Klaſſen meiſt ſtark beſetzt, manche ſogar überfüllt, ſo daß für dieſe wiederholt die Aufnahme beſchränkt werden mußte. Die große Mehrheit der Schüler gehört der katholiſchen Konfeſſion an, ungefähr der zehnte Theil iſt evangeliſchen oder iſraelitiſchen Glaubens. Unter den Schülern der verſchiedenen Bekenntniſſe herrſchte ſtets ein freundliches und angenehmes

Verhältnis, das auf gegenſeitiger Achtung und Liebe beruhte. Mißhelligkeiten konfeſſioneller Art ſind hier nie vorgekommen.

Seit der erſten Reifeprüfung im Herbſt 1873 bis Herbſt 1896 ſind 490 Primaner mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen worden. Von den beifolgenden Tabellen giebt die erſte Aus⸗ kunft über die Konfeſſion und augenblickliche Stellung der von hier abgegangenen Abiturienten, ſoweit dieſe ermittelt werden konnte; die zweite zeigt die Verteilung der Schüler über die einzelnen Schuljahre ſowie nach den Religions und Heimatsverhältniſſen.

So kann das Kaiſer Wilhelms Gymnaſium mit einem zufriedenen Gefühle auf die erſten 25 Jahre ſeines Beſtehens zurückblicken.

Überraſchend ſchnell und glücklich war aus der naſſauiſchen Realſchule ein vollberechtigtes Progymnaſium, aus dem Progymnaſium ein ſtaatlich anerkanntes Vollgymnaſium entſtanden. Zu herrlicher Blüte raſch emporgewachſen, hat es ſeinen ſchnell errungenen Ruf in den erſten 25 Jahren ſeines Beſtehens nicht bloß in unſerem ſchönen Naſſauerlande, ſondern weit über ſeine Grenzen hinaus zu wahren verſtanden. Möge ihm auch für die Zukunft ein gütiges Geſchick beſchieden ſein!

eh