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Zu ſeinem Majordomus wurde Wulfoald beſtellt. Vier Jahre ſpäter ging die Königin, durch deren milden Sinn ſich Ebruin in der Durchführung ſeiner Pläne gehindert ſah, ins Kloſter. Jetzt ſuchte Ebruin zunächſt die neuſtriſchen Großen durch unnachſichtige Strenge niederzuhalten, und es gelang ihm mit gutem Erfolg. Dann richtete er ſein Augenmerk auf das von den Parteien der Großen unterwühlte Burgund. Auch hier hatte ſich, wie in Auſter, eine feſtgeſchloſſene ari⸗ ſtokratiſche Partei gebildet, welche keinen Majordomus über ſich dulden wollte. Schon gleich nach dem Tode Warnachars, der nach dem Sturz Brunhilds Majordomus in Burgund geworden, wollten die Burgunder keinen andern mehr zu dieſer Würde erheben.*) Offenbar war den Opti⸗ maten die Herrſchaft eines, ſolchen läſtig, und ſie glaubten ohne ihn freier und unbeſchränkter ſchalten und walten zu können. Zwar brachte es Nanthild, die Wittwe Dagoberts und Vor⸗ münderin über ihren Sohn Chlodwig, nach einiger Zeit dahin, daß wieder ein Majordomus über Burgund in der Perſon des Flaochat beſtellt wurde. Aber wie ſchwach deſſen Stellung den Vornehmen gegenüber war, beweiſt ſein Brief an ſämmtliche Herzöge und Biſchöfe Burgunds, worin er einem jeden eidlich gelobte, ihn in Rang und Würde zu belaſſen, und jeden ſeiner be⸗ ſtändigen Freundſchaft verſicherte.**) Es iſt nicht zu verwundern, daß ihm trotz alledem der Adel ſehr viel zu ſchaffen machte.**) Zu der Zeit als Ebruin auch in Burgund die Zügel der Herrſchaft feſter anziehen wollte, ſtand an der Spitze der Optimaten Leudegar, Biſchof von Autun. Geſtützt auf ſeinen Anhang und auch am Hofe nicht ohne perſönlichen Einfluß kümmerte er ſich wenig um die Befehle des Majordomus. Um zunächſt ſeinen Einfluß am Hofe zu brechen, erließ Ebruin das Edict, daß kein Burgunder ohne ſeine Erlaubniß den königlichen Palaſt betreten dürfe.****) Der Haß der Burgunder ſteigerte ſich aber noch mehr, als er nach dem Tode Klo⸗ thars die burgundiſchen Großen, welche dem neuen König Theuderich bei ſeiner Thronbeſteigung huldigen wollten, gegen Sitte und Herkommen zurückwies. Sie ſtellten als Gegenkönig Childerich, den König von Auſter auf, und in dem Kampfe, der um die Herrſchaft Neuſters entbrannte, unterlag Ebruin; er wurde gefangen genommen und in das Kloſter Luxovium geſchickt;***rr) König Theuderich in das Kloſter zu St. Denys. Childerich hatte die Herrſchaft über Neuſter und Burgund hauptſächlich der Partei Leudegars zu verdanken, und dieſer benutzte die günſtige Gelegenheit, die Macht der Großen auf Koſten des Königs und ſeines Majordomus zu heben⸗ Deshalb mußte der König drei wichtige Beſtimmungen erlaſſen:***rnn)
1) Es ſolle das Recht und Herkommen eines jeden Landes gewahrt werden.
2) Die Beamten ſollten nicht aus einer Provinz in die andere geſchickt werden.
3) Niemand ſolle hinfort, wie Ebruin, tyranniſche Gewalt in Händen haben und auf ſeinesgleichen herabſehen durfen, vielmehr ſolle das höchſte Amt unter den Vornehmen wechſeln.
*) Fredegar chronic. 54. **) Fredegar chron. 89. *rn) idem 90.
**ν½) vita Leodeg. c. 3. *****) vita Leodeg. c. 3. In) Ibidem c. 4.


