Aufsatz 
De Bacchiadis Corinthiorum / scripsit Carolus Wagner
Entstehung
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den Eindruck machte.

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Zum Vortrag kamen: 1) Chor aus MozartBrüder reicht die

Hand zum Bunde, 2) Sonett auf Mozart von Reinhold Kekulé, 3) Ouverture zu Titus, vierhändig geſpielt von Wilhelm Stamm aus Lauterbach und Peter Dett⸗ weiler aus Wintersheim, 4) Vortrag über Mozart von Ludwig Boßler, 5) Chor aus der Zanberflöte:O Iſis und Oſiris, 6) Fragment aus einer Mozartiſchen Sonate, geſpielt von Karl Eigenbrodt, 7) Gedicht auf Mozart von Profeſſor Baur, vor⸗ getragen von Alexander Kill, 8) Chor von MozartBald prangt der Morgen, zu

verkünden.

Von dieſen Vorträgen werden hier Nr. 2 und Nr.

Was auch die Menſchenſeele je durchdrungen, Mag ſie der höchſten Wonne Strahl erhellen, Mag ſie des bittren Grames Seufßzer ſchwellen: Du haſt's in höhren Harmonie'n geſungen.

Wem Deine Töne je zum Ohr geklungen, Die wie des ſtolzen Waldſtroms reiche Wellen Aus Deiner Silberleier zaubriſch quellen,

Der fühlt von ſolcher Macht ſein Herz bezwungen.

Anbetend lauſcht er, ſtaunt und kann nicht faſſen, Wie Deine Hand im Tode konnt erblaſſen,

Die in ſo mächtigen Accorden rauſchte,

Daß ſelbſt der Todesengel zögernd lauſchte;

Dir war es ja gegönnt ſchon hier zu lehren,

Was wir uns träumen vom Geſang der Sphären.

*

Noch lauſchen wir des Chores Harmonien,

Die uns wie Abendglockenklang entzückt;

Noch ſchwelgt das Herz in reiner'n Sympathien, Indeß zum Sternenzelt das Auge blickt.

Von dorther ſchaut der Meiſter nun hernieder, Dem heute der Erinn'rung Feſt ſich weiht; Dort ſchöpft er aus dem Urquell ſeiner Lieder Die Siegeshymnen höh'rer Seligkeit.

Dort ſchweigt ihm jede Schickſals-Diſſonanze, Die einſt der Seele Saiten ihm verſtimmt; Dort ward der Lorbeer ihm zum Sternenkranze, Wo jedes Erdenleid in Luſt verſchwimmt.

Was können wir dem Frühverklärten bieten Zu ſeines Wiegenfeſt's Verherrlichung? Wir flechten ihm von ſeines Geiſtes Blüthen Den Chrenſchmuck dankbarer Huldigung.

So treten wir in die beſcheid'nen Räume,

Wo hold ein Knäblein in der Wiege liegt.

Die Mutter ahnt nicht ihres Kindes Träume, Sie weiß es nicht, wen ſie in Schlummer wiegt;

Hört nicht, wie ihres Liedes fromme Weiſe Mit Schöpfungshauch das junge Herz durchbebt Und ſchon, gleich fernen Geiſterſtimmen, leiſe Zu neuen Melodieu ſich verwebt.

Denn wer mag in die dunklen Tiefen dringen, Wo unſichtbar der Genius wirkt und ſchafft, Den innern Schatz an's Tageslicht zu bringen, Sich ſelber unbewuſſt und räthſelhaft?

7 mitgetheilt.