Männer, vollkommene Männer an Glauben und Erkenntniß des Sohnes Gottes. Männer ſeid mitten im Wogendrang und Sturme des Lebens, Männer in Erduldung der Anfechtung, im Kampfe wider alle Lüge, Falſchheit und Gemeinheit, Männer an Mäßigung, Entſagung, Selbſtbeherrſchung! Selig, ja ſelig ſeid ihr dann, und nach⸗ dem ihr bewähret ſeid, werdet ihr die Krone des Lebens empfahen!*)
Ehret eure Eltern! Sie haben ein großes, ein ſchweres Stück Arbeit an euch und eueren Seelen vollendet, ſie ſehen ſich dem Ziele nah, und es verlangt ſie, nun auch bald Früchte ihrer Mühen und Sorgen zu ernten. Ob ſie ſich in ihren Hoffnungen und Wünſchen nicht täuſchen— die nächſten Jahre müſſen das entſcheiden. Denn ihr ſeid jetzt mehr wie je in der Lage, ihnen zu zeigen, daß ihre Arbeit an euch nicht ver⸗ geblich geweſen iſt, ihnen wenigſtens zu einem Theil zu vergelten, was ſie an euch ge— than. Welch eine wichtige Zeit für euere Eltern und für euch! Euere Eltern, ſo nahe dem Ziel, wenn ſie von euch getäuſcht würden, wenn ihr wiederkehren würdet mit zerrüttetem Leibe, mit zerrütteter Seele—— wie ſchrecklich für ſie, wie ſchrecklich für euch!
Darum ehret die Eltern! Bewahret ihr Bild treu in eurem Herzen; es wird euch neben dem Gedanken an den Allwiſſenden und Allgegenwärtigen am ſicherſten führen auf dem Wege durchs Leben, am beſten euch ſchützen in der Stunde der Verſuch— ung und Anfechtung. Der Gedanke an den Schmerz des Vaters, an das gebrochene Herz der treuen Mutter, er hat ſchon manchen Jüngling auf ſeinen Pfaden bewahrt und gerettet.
2) Ehret auch die Obrigkeit! Dieſe Forderung Gottes tritt jetzt näher an euch heran, als ſeither; denn je ſelbſtändiger ihr werdet, in ein deſto beſtimmteres Verhältniß tretet ihr zur Obrigkeit des Landes, und ihr alle ſeid ja willens, euch dem Dienſte des Staats oder der Kirche zu weihen, und dazu euch fähig zu machen, ziehet ihr jetzt hinaus.
Ehret die Obrigkeit vor Allem dadurch, daß ihr das hohe Ziel, das euch vorgeſteckt iſt, erkennet, an ſeine Erreichung eure ganze Kraft ſetzet. Es gilt, euch zu tüchtigen Bürgern und Unterthanen, zu tüchtigen Dienern des Vaterlandes heranzubilden, um einſt in Staat und Kirche durch Geſinnung, Wort und That eine geſegnete Wirk— ſamkeit zu entfalten zur Aufrechthaltung der ſtaatlichen Ordnung, zum Heil euerer Mit— bürger, und damit zugleich auch euren Bauſtein zum Ausbau des Reiches Gottes her⸗ beizutragen. Des Vaterlandes Hoffnung und Zukunft beruht auf ſeiner Jugend. Das Vaterland hält darum ſeinen Blick jetzt auf euch gerichtet, es tritt mit ſeinen ernſten Forderungen an euch heran. Wahrlich, ihr nehmt ſchwere Pflichten mit hinaus: ringet mit aller Treue und Geiſſenhaftigkeit darnach, ſie zu erfüllen! Das Leben iſt kurz und ernſt, es iſt kein Spiel, kein Scherz, und Sünde, ſchwere Sünde wäre es, es in eitlem Sinnenrauſche zu vertändeln. Kaufet die koſtbare Zeit der Jugend aus und be— währet allezeit Hoheit des Strebens, Wärme der Begeiſterung, Adel der Geſinnung und Würde des Wandels. Ohne ernſtes Ringen und Kämpfen iſt noch nie Großes und Wichtiges in der Welt zu Stande gekommen.
Ehret die Obrigkeit und vergeſſet nicht: Es iſt keine Obrigkeit ohne von Gott!*x) Laſſet euch dieſes Gotteswort durch eitles Menſchengerede nicht aus dem Herzen reißen und haltet feſt daran in allen Lagen eures Lebens. Es wird euch ſicher leiten und vor mancher Thorheit und Verirrung bewahren. Und tretet ihr einmal ſelbſt in ein öffentliches Amt, in eine Behörde ein, ſo behaltet es auch dann in eurem Herzen, daß alle Obrigkeit von Gott geordnet iſt, daß ſie Gottes Dienerin und Stellvertreterin iſt auf Erden, daß ſie im Namen und Auftrage Gottes ihr heiliges
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