— 14—
Stürzt ſie ſich raſch auf den Stoß und erregt unermeßlichen Jammer.
Neben dem Gatten verzehrt ſie die Glut; da ſtaunten die Nymphen
Ringsumher, als ſie ſahn, wie ſie mit dem Gemahle vertilgt ward. lſo ſprach auch eine von ihnen im innerſten Herzen:
Schlecht hat Paris gehandelt, indem er die treffliche Gattin
Schnöde verließ und ſich holte die üppige Lagergenoſſin,
Ihm und den Troern geſammt und der Stadt zum Verderben und Unheil. Thor, der kalt ſich wandte vom Herzen des ſinnigen Weibes
In der verzweifelten Noth, und ſie liebt ihn doch mehr, als das Tagslicht,
Wenn er auch ſelbſt ſtatt Liebe nur feindlichen Haß ihr bewieſen!
So ſprach eine der Nymphen im innerſten Herzen; doch Jene
Wurden indes von dem Stoße verzehrt und vergaßen das Frühroth. Rings auch ſtaunten die Hirten, wie vordem einſt der Argeier
Scharen geſtaunt, da ſie ſahn, wie Kapaneus' Gattin Euadne
Innig die Glieder geſchmiegt um den Leib des erſchlagnen Gemahles,
Welchen der Donnerer Zeus mit tödtlichem Strahle zerſchmettert.
Als das zerſtörende Feuer den Paris nunmehr und die Gattin
Beide verzehrt und die Leiber zuſammen in Aſche verſenket,
Löſchten die Hirten die Scheiter mit Wein; in goldenem Kruge
Bargen die Reſte ſie dann und errichteten eilig ein Denkmal
Um ſie herum und ſetzten auch noch zwei Säulen darüber,
Hierher eine gekehrt, nach der anderen Seite die andre.
Heinrich Wagner.


