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Ferien waren für die beiden unteren Klassen Ferienschulen eingerichtet, welche eine sehr zahlreiche Betheiligung fanden und die von den Lehrern Leimbach und Wagner geleitet wurden, während der Unterzeichnete die Ausführung der Ferienaufgaben bei den Schülern der Quarta controlirte. Um von den Eltern in der Förderung der Schüler thunlichst unterstützt zu werden und zu diesem Zwecke ersteren eine noch genauere Kenntnis als bisher über die Leistungen ihrer Söhne in der Schule zu vermitteln, wurde auf Anregung des Unterzeichneten in einer Conferenz sämmtlicher Lehrer am 29. November beschlossen, unter der Rubrik Be- merkungen in den Quartakzeugnissen, welche nunmehr auch den Schülern der oberen Klassen ertheilt werden sollen, specielle Angaben zu machen, in welchen Gegenständen die Fort- schritte des Schülers nicht befriedigen und desshalb der Schüler einer besonderen Ueber- wachung oder Nachülfe bedürfe, wenn das Klassenziel erreicht werden soll. Man glaubte hiermit denselben Zweck zu erreichen, den andere höhere Lehranstalten durch Ertheilung vollständiger Zeugnisse über alle Lehrgegenstände auch zu Johanni und Weihnachten er- streben. Möchten nun auch die Eltern den ihren Söhnen ertheilten Zeugnissen diejenige Aufmerksamkeit zuwenden und die Wichtigkeit beilegen, welche der Mühe, Zeit und Ge- wissenhaftigkeit, mit welcher die Zeugnisse ausgestellt werden, entsprechen. In dem ver- flossenen Jahre übernahmen wieder— in gleicher Weise wie früher— an einigen Wochen- tagen nach Beendigung des Schulunterrichts die ordentlichen Lehrer die Beaufsichtigung derjenigen Schüler, welche wegen Nachlässigkeit, Unordnung oder verursachter Störung bestraft werden mussten.
Auf unserem ferneren Schulwege wird uns nun College Wagner, nachdem er 2 Jahre mit uns gearbeitet hat, verlassen. Wegen seiner Treue in der Erfüllung der Obliegenheiten seines Berufes sehen wir ihn ungern von unserer Anstalt scheiden und unsere besten Wünsche für sein künftiges Wohlergehen begleiten ihn auf seinem ferneren Lebenswege. An seine Stelle tritt der Gymnasial-Hülfslehrer Schäfer, welcher im Jahr 1867 bei der hiesigen Prüfungs-Commission das Examen pro facult. doc. in den klassischen Sprachen be- standen und in den beiden letzten Jahren am Gymnasium in Hadamar unterrichtet hat.
Die Ferien der Anstalt waren in voller Uebereinstimmung mit dem Gymnasium und dauerten im Sommer und Herbst 3 Wochen und zu Weihnachten 2 Wochen. Ein Ausfall der Unterrichtsstunden fand nur statt Sonnabend den 12. August, an welchem Tage die Schüler mit ihren Lehrern eine gemeinsame Tour unternahmen und zwar gingen die grösseren Schüler mit den Lehrern Keller, Kramer und dem Unterzeichneten, über Fronhausen, Altenberg und Gleiberg nach Giessen und fuhren dann mit der Bahn zurück, während die anderen Schüler mit den Collegen Dute, Kramm, Leimbach und Wagner über Kölbe nach Gossfelden gingen. Recht angenehmes Wetter erhöhte das Vergnügen der Schüler, denen diese Tour noch lange eine angenehme Erinnerung war. Ferner wurde der Schulunterricht am 1. December ausgesetzt, als an dem Tage der allge- meinen Volkszählung, bei welcher mehrere Lehrer Zählungsgeschäfte zu besorgen hatten. An dem allgemeinen ebenso festlichen als herzlichen Empfang des aus dem ruhmreichen Kriege zurückkehrenden Jägerbataillons Nr. 11, welches seit 1867 hier in Garnison liegt,
betheiligte sich auch die höhere Bürgerschule in corpore, damit auch ihren Schülern ein 3


