Aufsatz 
Methodischer Lehrplan der Anstalt für den Unterricht in der Mathematik und im Rechnen / von Oberlehrer Dr. Balthasar Wagner
Entstehung
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III. Chronik.

Das neue Schuljahr begann am 15. April mit feierlichem Gottesdienſte in der Kirche ad St. Severum. Vor dem Beginne des Unterrichts wurden die Schulgeſetze verleſen und die wichtigſten Beſtimmungen derſelben den Schülern erläutert. Die neuaufgenommenen Schüler wurden durch- Handſchlag zur gewiſſenhaften Beobachtung derſelben durch den Rektor verpflichtet. Tags zuvor hatte die Aufnahmeprüfung ſtattgefunden.

Durch Ferien wurde im Laufe des Schuljahres der Unterricht unterbrochen: vom 24. bis 29. Mai, vom 6. Juli bis 4. Auguſt, vom 28. September bis 13. Oktober, vom 23. Dezember bis 7. Januar 1891.

Mit Beginn des Schuljahres begann der zum Nachfolger des im vorigen Jahre verſtorbenen Realelementarlehrers E. Vanhove vom Kuratorium erwählte und vom Königlichen Provinzial⸗Schul⸗ kollegium als ſolcher beſtätigte Herr Chriſtian Scherer als beauftragter Lehrer ſeine Thätigkeit an der Anſtalt, nachdem derſelbe in einer Konferenz des Lehrerkollegiums von dem Rektor auf ſein neues Amt verpflichtet worden war.

Chriſtian Auguſt Scherer, geb. am 22. März 1864 zu Salmünſter, Kr. Schlüchtern, kath. Religion, beſuchte zuerſt die Volksſchule ſeines Heimatsortes, von Oſtern 1876 bis Herbſt 1877 die Realſchule zu Idſteiu (Naſſau), vom Frütjahr 1880 bis dahin 1881 die Präparanden⸗Anſtalt zu Fritzlar und von Oſtern 1881 bis dahin 1884 das Königliche Schullehrerſeminar zu Fulda, an welchem er am 20. März 1884 die Entlaſſungs⸗ Prüfung beſtand. Am 9. November 1886 unterzog er ſich hier der 2.(praktiſchen) Prüfung, durch welche er ſich die Berechtigung zum Unterrichte an Mittelſchulen erwarb. Vom 1. April 1884 bis 1. Juni 1885 war er Haus⸗ lehrer der Prinzen und Prinzeſſinnen des Fürſten zu Iſenburg⸗Birſtein auf Schloß Birſtein, vom 1. Juni 1885 bis 1. Dezember 1886 Lehrer an der kathol. Schule zu Neuhof, Kr. Fulda und vom 1. Dezember 1886 bis zum April 1890 Lehrer an der Stadtſchule zu Hünfeld, von wo aus ſein Übertritt zum hieſigen Realprogymnaſium

erfolgte.

Am Sonntag, den 21. Juni feierten 4 Schüler der Anſtalt in der Severikirche das Feſt ihrer erſten hl. Kommunion, nachdem ſie von Herrn Religionslehrer Mönninger in außerordentlichen Stunden den vorbereitenden Unterricht erhalten hatten. Von den evangeliſchen Schülern waren bereits am Weißenſonntag 5 konfirmiert worden, welche durch den Konfirmationsunterricht des Herrn Pfarrers Schäfer vorbereitet waren.

Im Laufe desſelben Monats fanden eintägige Ausflüge der einzelnen Klaſſen unter Leitung der betreffenden Ordinarien und je eines anderen Lehrers ſtatt.

Am 2. September beging die Schule in gewohnter Weiſe das Andenken an den glorreichen Tag von Sedan. Die Feſtrede hielt der Unterzeichnete.

Am 15. Juni und 18. October wurde in der letzten Vormittagsſtunde in den einzelnen Klaſſen eine Gedenkfeier des Todes⸗, bezw. Geburtstages des hochſel. Kaiſers Friedrich veranſtaltet, wobei. die betreffenden Ordinarien Anſprachen hielten.

Am 25. October wurde Allerhöchſter Anordnung gemäß aus Anlaß deſſen, daß am folgenden Tage Generalfeldmarſchall von Moltke ſein 90. Lebensjahr vollendete, der Unterricht ausgeſetzt und eine entſprechende Schulfeier abgehalten, bei welcher der Unterzeichnete die verlebten 90 Jahre des hohen Gefeierten in ihren wichtigſten Momenten den Schülern vor Augen führte.