Di Rede des Isokrates ασ νινοοαεαοε zeigt sowohl dem Inhalt als auch der Form nach manche Ahnlichkeit mit Platos Apologie des sokrates. Hierauf machte zuerst aufmerk— sam H. Wolf, welcher durch seine kommentierte Ausgabe!) sich um die Erklärung unseres Redners ein großes Verdienst er— worben hat. Er bemerkt die Ahnlichkeit, weist aber die An— nahme einer absichtlichen Nachahmung der platonischen Apologie zurück und erklärt die Anklänge an diese Rede aus der ähnlichen Lage und der gleichen sinnesart des sokrates, Plato und Isokrates. Eine andere eigentümliche Erklärung gibt Lange?), welcher glaubt, Isokrates habe diese Rede hauptsächlich zur Ver⸗ teidigung des sokrates und sühne des ihm zugefügten Un—⸗ rechtes verfaßt. Der erste, welcher eine direkte, bewußte Nach— ahmung Platos annimmt, ist Coraes?); ihm folgte Orelli), SPengel“) und Blaß“). Dagegen erkennt Havet') zwar die Nachahmung einer Apologie des sokrates an, läßt aber vor— sichtig unentschieden, ob Isokrates die Rede Platos oder die eines anderen schülers jenes Philosophen bei der Abfassung seiner Rede vor Augen gehabt habe. Da die endgiltige Ent— scheidung dieser Frage für die Interpretation der Rede sowie für die Beurteilung der schriftstellerischen Thätigkeit des Iso— krates überhaupt von großem Interesse ist, so dürfte sich wohl
1) Jsocratis scripta ed. Hieron. Wolf. Basileae 1570 pg. 455.
2) JsoOOr. quae exst. omnia Halis 1803 pg. 405.
Iooxo. Loνον κσ πιιτοινα αμετά νοι τπιανι. r IIcooiοis 1807 pg. 235.
oosoαιάH1οον ονονε πεν ννν αννινιοααποε Turici 1814.
) Abh. d. K. b. Akad. d. W. 1. Kl. 5. Bd. 3 Abt. 1855 pg. 761.
6) Att. Bereds. 2. A. 2 Bd.
7) Introduction au disc. sur l'antid. Paris 1863.
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